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Paulinum.at




ENGEL. Diana Obexer LEHRKÖRPER. Erste Frau FRAUEN. In der Kirche DEZ. Frauenwelten SCHÜLERINNEN. Herbst 1988 FRAUENHAUS. Schutz MANNSBILDER. Beratung STATISTIK. SchülerINNEN Mitteilungen des Paulinervereins
Ausgabe 57 Juni 2012


03 Vorwort
28 Humanitäres Engagement
28 Frauenwelten „DEZ" Leitthema
28 Einladung zur Bewerbung um den Von der „Idylle" einer modernen Mutter und der Wirklichkeit für Väter Männer- und Burschenberatung 6 Kein Zweifel, Gott sei Dank, die Frauen 32 Paulinum Da Capo
7 Adams Rippe – die Frau in der Kirche 9 Tiroler Frauenhaus: 32 Es war im Herbst 1988 .
Schutz für alle Frauen 34 Erste Frau im Pauliner Lehrkörper 13 Beschlüsse des Vereins 38 Pauliner Medien
13 Internet Reloaded 38 Chris Kohler: Ein entfesselter Prometheus 39 88 Panoramen zwischen Vorstellung und Wirklichkeit Personalia
40 Museum im Ballhaus: 90 Jahre „Dada" 16 Nachruf – Franz Mitterdorfer 16 In piam memoriam 41 Vom Vergnügen, Griechisch 18 In memoriam Prof. Mag. Josef Opperer unterrichten zu dürfen 19 Nachruf auf Christian H. Mayr 20 In Gedenken an Altdekan Msgr. 21 Im Brennpunkt der Erinnerung: Univ.-Prof. Dr. Konrad „Kurt" Ginther 22 Ad multos annos! 22 Glückwünsche
23 Vinzentiner
23 Vollversammlung des Vinzentinervereins
24 Paulinergemeinschaft
24 Der „vergessene" Engel von Kroatien – die Innsbruckerin Diana Obexer Der Ginkgo hat eine Chromosomenzahl von 2n=24. Weibliche 25 Weitergabe des Glaubens – und männliche Bäume weisen in der Art ihrer Chromosomen erkennbare Unterschiede auf. Diese Unterschiede können Stamser Gebetsrunde mikroskopisch durch Wurzelspitzenpräparate nachgewiesen werden. Das kann sehr hilfreich sein, um recht junge Pflanzen 25 Im Spannungsfeld von meist neuer Zuchtsorten dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuordnen zu können. Heimat und Fremde Quelle: de.wikipedia.org


Liebe Leserin, lieber Leser,
begegnet uns das Wort noch heute. Dafür kam die Verkleinerungsform von ‚fron', näm- Mit den Buchstaben „m-a-l-e" verbinde lich ‚frouwe' (= ‚Herrlein' bzw. ‚Männlein') zu ich zuerst das lateinische Wort MALUM Ehren in Form der ‚Frau'.
– und da denke ich anfangs an das ‚Böse' und dann an den Apfelbaum, den ‚arbor mali' aus Was haben diese Wortspielereien mit dem dem Paradies. Erst mit längerer Betrachtung vorliegenden Heft zu tun?kommt die ursprüngliche Bedeutung durch, wo sich das Wort bereits abgeschliffen hat: Die Gesellschaft tat sich schon immer schwer, ‚masculus – männlich'.
Mann und Frau als gleichwertig und gleichbe- Im Gegensatz dazu steht die Frau, die ‚fe- rechtigt anzusehen – auch wenn in der Schöp- mina' – das Wort hat wahrscheinlich einen fungsgeschichte beide als Ebenbilder Gottes orientalischen Ursprung und geht zurück auf dargestellt werden. So ist es auch heute im-einen Ausdruck für ‚die Mutterbrust, welche mer wieder wichtig, den Blick auf herrschende Kinder säugt'.
Ungleichgewichte zu lenken und nach Kräften So stehen sich hier zwei gleichwertige dagegen anzukämpfen. Das meine ich nicht Ausdrücke gegenüber, die erst im Zuge der im Sinne einer Gleichmacherei (wobei nur ein Lautverschiebungen einander so ähnlich ge- langweiliger Einheitsbrei herauskommt), son- worden sind, als ob das eine aus dem anderen dern im Blick auf eine gerechte Betrachtung abgeleitet würde.
Im Deutschen geht es uns da ja noch ärger: bei der medizinischen Behandlung, Während im Alt-/Mittelhochdeutschen ‚fron' bei den Möglichkeiten, unsere Gesellschaft (= ‚Mann', ‚Herr') und ‚wib' (= ‚Weib', also mitzugestalten‚femina') eigenständige und ehrbare Begriffe und vielem mehr.
waren, mutierte das ‚wib' mit ‚Weib' zu einer in den letzten Jahrzehnten eher abwertenden Mit diesem Forum wünsche ich euch eine Bezeichnung, und aus dem ‚fron' wurde die Schärfung des Blicks – und die Kraft, den Sta-Bezeichnung für die ‚Knechtschaft'; einzig im chel wieder herauszuziehen, falls er zu sehr ‚Fronleichnam' (= lebendiger Leib des Herrn) schmerzen sollte! Wolfgang Förg-Rob, Obmann, MJ 1975 IMPRESSUM
Herausgeber und Verleger:
Paulinerverein, Paulinumweg 1, 6130 Schwaz; , Redaktionsteam und für den Inhalt verantwortlich: Bernadette Berger, MJ 1999; Wolfgang Förg-Rob, MJ 1975; Martina Fuchs, MJ
1998; Sylvia Leitinger, MJ 1996; Timo Rauth, MJ 1986; Patrick Winkler, MJ 1988. Für den Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge
tragen die Verfasser/innen die Verantwortung.
Grafik und Layout: Werner Neururer, MJ 1986
Blattlinie und Erscheinungsweise: Das „Pauliner Forum" ist die Zeitung des Paulinervereins und erscheint mehrmals pro Jahr.
Druck: Steigerdruck, 6094 Axams,


Öffentlichkeit sehr gerne und sehr ausgiebig diskutiert und von selbsternannten „Exper- FAMILIE 2.0
ten" kommentiert. Die Ansprüche, die an eine „gute Mutter" gestellt werden, werden dabei stets umfangreicher. Es wird erwartet, dass – von der „idylle" einer modernen die junge Mutter alle an sie gestellten Erwar- tungen erfüllt, obwohl auch sie aus dem Be- mutter und der wirklichkeit für väter rufsleben kommt und meistens das erste Baby im Arm hält. Entspannt und glücklich sollen Als Mutter hat man es heutzutage nicht Stillen, Pflege, Arzttermine etc. sowie das Be- immer leicht. Egal wie man sich entschei- folgen von psychologischen Ratschlägen erle- det, Kritik ist garantiert. Die Vollzeitmutter digt werden. Für das Bewahren dieser „Idylle" und Hausfrau lebt eigentlich ein unbefriedi- ist nach wie vor in erster Linie die Mutter zu- gendes Dasein, ist finanziell abhängig und hat ständig. Tatsache ist: Noch nie in der gesam-viel Zeit für unnütze Dinge übrig. Die berufs- ten Menschheitsgeschichte haben sich Mütter tätige Mutter hetzt zwischen Arbeit und Fa- so viel und in so kindgerechter Weise mit ihren milie, gibt die Erziehung der Kinder ab und Kindern beschäftigt wie in den letzten zwan-hat für gar nichts mehr Zeit. Mütter tun also zig, dreißig Jahren. Aber trotzdem gibt es of-auf jeden Fall das Falsche und haben Schuld, fenbar die Vorstellung, dass eine Frau, sobald wenn sich die Kinder nicht optimal entwickeln. sie Mutter geworden ist, alle anderen Interes- Sieht man allerdings die Medien aufmerksam sen zu vergessen hat. Und viele Frauen lassen durch, so fällt einem unweigerlich auf, dass sich dadurch unter Druck setzen und haben Mutterschaft (ob auf natürlichem Wege oder oftmals plagende Schuldgefühle. So wie ich!per Adoption) anscheinend derzeit wieder Mit Anfang zwanzig schwanger zu werden, groß in Mode ist. Diese so genannten „Power- das Studium abzubrechen, alleine da zuste- frauen" präsentieren stolz ihre Babybäuche hen – das war definitiv nicht lustig! Denn: und in Folge – wieder wunderbar erschlankt Meine ganz persönliche Lebensplanung schau-– ihre äußerst niedlichen Kinder. Kind und te vollkommen anders aus und die musste ich Karriere unter einen Hut zu bekommen ist erst einmal gänzlich umkrempeln. Ich musste doch total einfach, alles nur eine Frage der mich neu ordnen und meine Prioritäten verla-Organisation (und des Geldes, aber das wird gern. Im Gegensatz zu vielen anderen jungen immer wohlweislich verschwiegen). Diese öf- Frauen hatte und habe ich das wunderbare fentliche Bewunderung über die bravouröse Glück in eine Familie hineingeboren worden Bewältigung des Alltages zwischen Windeln zu sein, die mich in all meinem Tun stets un-wechseln und Shoppingtouren diverser pro- terstützt, begleitet und mich so wertschätzt minenter Damen muss doch für jede Mutter, wie ich bin. Dieser so notwendige familiäre die wirklich Unglaubliches leistet, ein Schlag Rückhalt ermöglichte mir auch nach kurzer ins Gesicht sein. Ich denke hier an Mütter, die Zeit den Einstieg ins Berufsleben. Und dieser ein Leben mit einem behinderten Kind mei- Schritt war enorm wichtig für mich, denn er stern, Mütter, die wirklich alleine da stehen gab mir finanzielle Unabhängigkeit, Selbst-und kein soziales Netzwerk haben, Mütter, die vertrauen, Zuversicht und ich konnte mir end-mit ihrem Kindern tagtäglicher Gewalt (jeg- lich eine eigene Wohnung für mich und meine licher Art) ausgesetzt sind, Mütter, die über Tochter leisten.
keinerlei Ressourcen verfügen, aus denen sie Nichtsdestotrotz war der Alltag als allein-Energien schöpfen können. Mütter, die trotz erziehende, berufstätige Mutter für mich im-all dieser Hürden und Schicksale für ihre Kin- mer wieder gespickt mit zahlreichen, kom- der da sind, sie begleiten, lieben und erziehen plexbeladenen Schuldgefühlen und Ängsten. – diese Mütter verdienen meinen Respekt.
Die Angst, nicht zu genügen, Vieles falsch zu Generell wird Mutterschaft in der breiten machen, keine gute Mutter zu sein, zu we-



nig Zeit zu haben – wie oft habe ich darüber Individualisierung und Pluralisierung. Die nachgedacht und etwaige schlimme Folgen Möglichkeit, abseits traditioneller Vorgaben für mein Kind befürchtet. Die innige Bezie- seinen eigenen Lebensweg zu gestalten, bie- hung zu meiner Tochter zeigt mir aber stets, tet einen viel breiteren Kontext zur Erfüllung dass das Fundament, auf dem wir beide ste- der eigenen Lebenszufriedenheit. Ebenso die hen, geerdet und – trotz manchmal fehlender Vielfalt von Lebensentwürfen, für die sich Ressourcen – sehr stark und stabil ist.
Menschen in unserer Gesellschaft entschei-den können. Denn: Die klassische Familie mit Auch wenn man nach außen hin für viele sehr einer patriarchalischen Vormachtstellung ver-„tough" und souverän wirkt, so ist das täg- liert zunehmend an Bedeutung. Es ist nicht liche Organisieren von Familie, Beruf, Haus- mehr selbstverständlich, dass ein männlicher halt und – wie bei mir – noch zusätzlich ein Ernährer für die Familie aufkommt und die Studium eine ständige Herausforderung und Rolle der Frau lediglich auf die einer Mutter ein Kraftakt. Dabei ist ein freiwilliges Enga- und Hausfrau reduziert wird. Obwohl sich die gement bei einem Verein oder einer sozialen Geschlechterverhältnisse ändern, wird ein vä-Einrichtung noch gar nicht berücksichtigt. terliches Engagement nur akzeptiert, solange Vieles geht nicht so locker von der Hand wie es nicht auf Kosten der Arbeitsverfügbarkeit es oftmals scheint. Ich denke, ich spreche hier des Mannes geht. Der Mann gilt weiterhin als ganz vielen Frauen aus der Seele. Nicht um-sonst ist der Markt mit diversen Ratgebern zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie überfüllt, von denen sich viele Frauen den richtigen In-put erhoffen.
Emotional betrachtet sehr schlimm war für mich die Zeit, als meine Tochter noch ganz „Berufsmensch". Maßnahmen zur Vereinbar-klein war und ich sie frühmorgens zu mei- keit von Beruf und Familie werden vorwiegend nen Eltern brachte und abends nach der Ar- an Frauen adressiert. Im privaten Raum der beit wieder abholte. Ich weiß, dass ich einige Familie wird eine männliche Führungsposition Momente und wichtige Fortschritte in ihrem zwar immer weniger akzeptiert, in der Berufs-Leben nicht hautnah miterleben konnte und welt wird sie aber weiterhin vorausgesetzt. daran habe ich lange „genagt". Auch deshalb, Der Diskurs der Vaterschaft definiert zwar weil ich in manchen Situationen mit der un- den Vater neu, allerdings schaut die soziale gleichen Wertigkeit von „Single mit Kind" und Wirklichkeit noch immer anders aus. Es soll „Verheiratete mit Kind" konfrontiert wurde. hier nicht Ziel sein, das traditionelle Famili-Und dies von Menschen, die christliche Näch- enbild als überholt abzustempeln oder all- stenliebe, Offenheit und Toleranz fordern und zu negativ zu kritisieren. Es predigen, aber offensichtlich selber nicht da- geht vielmehr darum, neuen nach leben, handeln. Nun, alles Erfahrungen, Lebensformen offen zu be-die ich gar nicht missen möchte und an denen gegnen und Raum zu geben ich persönlich gereift bin.
für Toleranz und Empathie. Diese Jahre und Zeit reflektierend, muss Denn letztendlich kommt es ich feststellen, dass viele dieser Unsicher- nicht auf die Form der Familie heiten und Ängste, nicht nur auf dem Druck, an, sondern auf die Qualität. Christine Nöstlinger „doppelt" bestehen zu müssen, gründen, son- Und dies sollten wir uns alle ISBN-10: 3701715750 dern auch auf einem gesellschaftlichen Bild verinnerlichen! . für die Sommer von Familie, das meines Erachtens nicht mehr ISBN-13: 978-3701715756 „Eine Frau sein ist kein Sport: zeitgemäß ist.
Sylvia Leitinger, MJ 1996 Heute steht die Familie im Zeichen von Das Hausbuch für alle Lebenslagen" kein zweifel, gott sei dank, die FRAUEN sind am kommen!
In der kurzen Spanne meines Le- mutigt, in ihrem FRAUSEIN aktiv in ologische Überlegungen erlaubt, die
bens (Mama Gutheinz half mir, der Kirche mitzuarbeiten. Wo aber mich seit Jahrzehnten beschäftigen, am 12. November 1933 das Licht die Rede auf die Hierarchie der Kirche aber unter der Voraussetzung, dass der Welt zu erblicken) sehe ich mit trifft, sieht man nichts mehr von der ich die heutige Klerusstruktur der zö-unwiderstehlicher Klarheit, dass die Welt der Frauen.
libatären Männer im einem wahren FRAUEN in Kirche und Gesellschaft Es lässt sich, Gott sei Dank, nicht Sinne des „sentire cum ecclesia" und unaufhaltsam am Kommen sind, Gott leugnen, dass die FRAUEN in den im Gehorsam, den ich als Jesuit fei-sei's gedankt! letzten Jahrzehnten weltweit eine im- erlich im Gelübde versprochen habe, Im Lausbubenalter war ich Mini- mer wichtigere Rolle spielen: Frauen in Loyalität zur Kirche annehme. Die strant; dass da einmal Mädchen Mi- erhalten den Nobelpreis für ihren heutige Struktur verbietet aber kei- nistrantinnen sein könnten, war völlig mutigen und durch nichts zu er- neswegs, wie Päpste immer wieder undenkbar. Und heute? Wer könnte schütternden Einsatz für die Ärmsten betonen, das theologische Nachden-schon die Eleganz der jungen Damen unter den Armen; Frauen sind Präsi- ken über mögliche neue Formen der rund um den Altar leugnen: Die Li- dentinnen; Frauen stehen am Vorle- turgie wird schöner, weil die Schön- sungspult der Universitäten; Frauen heit der Frau deutlicher zum Tragen sind Taxi-Fahrer und auch Chauffeure Zwei Gedanken verlangen
kommt.
von großen Bussen; Frauen leiten existentielle Aufmerksamkeit:
In Pauliner Zeiten (1945-53) er- große Institutionen, wie z. B. das lebten wir eine MÄNNERWELT, aber berühmte Palace-Museum in Taipei, (1) Die päpstlichen Dokumente be-
keiner von uns kam bei Gesundheits-
Taiwan; Frauen leiten Ministerien und tonen immer wieder, dass die zweite schwierigkeiten an Sr. Ansgar vorbei, bewähren sich auch als Staatssekre- göttliche Person, das WORT GOTTES, so wie auch Frau Dini (eine Riesenda- tärinnen; so auch in China, wie in der als Mann Mensch geworden ist, d. h. me!) an der Pforte die jungen Män- übrigen Welt, undenkbar vor 100 Jah- die Inkarnation sei wesentlich MÄNN- ner mutig kommandierte und zu dis- LICH und darum sei die Möglichkeit, zipliniertem Verhalten ermahnte. Ich Aber in der Welt des KLERUS der dass Frauen Jesus Christus in seinen darf sagen, dass wir als Obergymna- katholischen Kirche erscheint noch wesentlichen Aufgaben als Priester, siasten die jungen Damen in der Kü- keine Frau. Dass in der Anglika- König und Lehrer vertreten, ausge- che mit Freude erblickten, als sie am nischen Kirche Frauen – ehelos oder schlossen. An dieser Stelle erheben Sonntag zur Eucharistie in die Haus- verheiratet – sogar zu Bischöfen ge- mehr und mehr Theologen und The- kapelle kamen, fürwahr eine gesunde weiht werden, bereitet den Führungs- ologinnen den Zeigefinger und sagen: und völlig unverzweckte Freude! kreisen der katholischen Kirche kein Das Wesentliche der Menschwerdung In der Gesamtkirche der Zeit vor kleines Kopfweh. Die FRAUEN sind im ist eben das MENSCH-SEIN und nicht dem II. Vatikanischen Konzil (1962- Vormarsch, die Männerwelt beginnt das MANN-SEIN. Und darum können 65) hörten wir (ich bin seit 1953 im langsam zu zittern. Offensichtlich gibt auch Frauen, weil sie MENSCH sind, Jesuitenorden und seit 1961 Mitglied es Frauen – z. B. in Taiwan –, die eine Jesus Christus in seinen Hauptfunk-der chinesischen Provinz der Gesell- Diözese wohl besser leiten könnten tionen in der Glaubensgemeinschaft schaft Jesu) lauter werdende Stim- als gewisse Bischöfe. Aber gerade vertreten.
men aus der sogenannten feminis- diese Frauen wissen um die Tatsache, (2) Die wesentlichen Funktionen Jesu
tischen Bewegung. Diese Stimmen dass ein Umbruch in der Welt des Christi, nämlich Lehrer, Priester und wurden aber von den mehr als 2000 Klerus nicht von heute auf morgen Hirte, können nur in der Kraft des Konzilsvätern nicht ernstlich aufge- geschehen wird. „Gut' Ding braucht Hl. Geistes echt und wirksam vollzo- griffen. Wohl werden die Frauen in Weil'!" gen werden. Wenn nun der Hl. Geist den verschiedenen Dokumenten er- Zum Abschluss seien einige the- einer Person, sei sie männlich oder ADAMs Rippe –
die frau in der kircheEigentlich ist es geradezu eine Verwegen- heit, dieses Thema in einem Artikelchen anzuschneiden. Das Problem ist vielschichtig, historisch belastet und doch mitten in den Umbrüchen der Gegenwart, mit Vorbehalten und Traditionen der Jahrhunderte konfrontiert – und doch Lebens entscheidend für die Kir- Foto: de.wikipedia.org che von morgen, theoretisch reflektiert und nagt wurde. Aber – Spaß beiseite – das The- Michelangelo: Die
Erschaffung Evas
doch auch emotional sehr berührend, in der ma beginnt tatsächlich in der Heiligen Schrift in der Sixtinischen
Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Men-
mit einem Knochen. Auch mit einem Knochen, schenbild und dem gewandelten Rollenver- an dem allein in meiner Lebenszeit viele Exe- ständnis, aber auch mit der Tatsache, dass geten aller Couleurs genagt haben. Und auch die Situation, nicht nur zeitlich, sondern auch dieser Knochen ist unzählige Male in den Be-regional und kulturell bis zur Stunde nicht reich der Bibelwitze abgeglitten, obwohl er überall gleich ist.
das an sich in keiner Weise verdient. Aber so An diesem Knochen haben viele genagt: ist es nun einmal mit der Rippe des Adam, Kirchliche Lehrautoritäten und Theologen, So- aus der die Eva geschaffen wurde. Da ist alles ziologen und Psychologen, Historiker und Bio- aufs Tapet gekommen; der Erstrangigkeit und logen, Ängstlich-Konservative und Unbeküm- Materialüberlegenheit des Maskulinen bis zu mert-Progressive, besorgte Bann-Drohende den Seufzern frustrierter Ehemänner: „Herr, und Zornig-Aggressive. Da kommt man sich gib mir meine Rippe wieder …".
etwas verloren vor, wenn man sich in knappen Worten äußern soll.
Das große Nagen begann übrigens beim Vielleicht klingt es bei einem so ernsten Wort selbst. Der hebräische Ausdruck „selah" Problem etwas unpassend, die Sache mit kommt in der Bedeutung „Rippe" hier das ein-einem Knochen zu vergleichen, der so viel be- zige Mal in der Heiligen Schrift vor. Man nennt so etwas „Hapaxlegómenon", einen „Einma-ligsager". Da erhebt sich natürlich die Frage, weiblich, ehelos oder verheiratet, das Charis- ob die Übersetzung stimmt – man hat ja kei- ma zur Ausübung der Funktionen Jesu Christi nen Vergleich. Nun, daran zweifelt heute nie-schenkt, dann sollte die Kirche in Dankbarkeit mand. Die „Rippe" ist sprach-für diese Geschenke dieser Person durch die lich eindeutig.
Handauflegung die Vollmacht zur Ausübung Aber wenn wir die in ge- der Funktionen Jesu Christi verleihen.
wisser Hinsicht doch sehr merkwürdig klingende Stelle Wir beten, dass die Kirche in nicht allzu ferner von der Erschaffung der Frau Zukunft den Mut hat, auf der Basis dieser Ge- im Ganzen betrachten, dann danken ihre Führungsstruktur in neuen For- muss man für jene, die noch men zu gestalten.
diese uralten Texte sehr re- „Verborgene Stimmen – alistisch zu nehmen pflegen, ISBN-10: 3-426-77913-7 . für die Sommer Luis Gutheinz SJ, MJ 1953 vorausschicken, dass die in Loyalität zur Kirche heute, Darstellungen der Genesis in Chinesische Frauen erzählen ihr aber im Blick auf die Not der Kirche in theolo- gischem Gehorsam in die Zukunft blickend. Erzählungen und tiefer Sym- bolik an Hand uralter, z. T. mytholo- das etwas verwunderlich war: „Du gischer Traditionen tiefste Wahrheiten „Das endlich ist Bein von meinem bist meine Rippe!" Das heißt: „Wir über Gott und Mensch und Welt vor- Bein und Fleisch von meinem Fleisch. zwei sind ein Herz und eine Seele!" bringen, die von zeitloser Bedeutung Frau soll sie heißen, denn vom Mann Diese Sinngebung passt perfekt auf sind. Die Erzähler von damals hatten ist sie genommen …." den Gesamtsinn der „Erschaffung nicht die Begriffe, Abstraktionen und Und da sind wir jetzt schon wie- der Eva". Sprichwörter halten sich Ausdrucksmöglichkeiten, über die wir der beim Sprachproblem. Wir können über Jahrtausende. Sie sind die äl-heute verfügen. Aber sie sagen in ih- den letzten Satz nicht richtig über- teste Sammelform menschlicher Er- rer Bildersprache auf geradezu geni- setzen. Adam sagt nämlich: „Ischah kenntnisse mit Allgemeingültigkeit. ale Weise Wahrheiten, für die wir eine soll sie heißen, denn vom Isch ist sie Ich weiß natürlich nicht, ob das alt-Fülle von Worten, Begriffen und Wen- genommen." Man müsste eigentlich arabische Sprichwort vom biblischen dungen brauchen, meist ohne den übersetzen: „Mensch soll sie heißen, Text beeinflusst war. An sich war das Tiefsinn jener Alten einzuholen.
denn vom Menschen ist sie genom- eine Sprachwelt, die mit den hebrä- men" oder „Männin soll sie heißen, ischen Traditionen keine Beziehung Bei der Erschaffung der Eva kommt denn vom Mann ist sie genommen". hatte, wohl aber die Gemeinsamkeit noch eine Mystifikation dazu. Gott Das will also besagen: Mann und Frau der Bildsprache.
versetzt den Menschen in einen Schlaf haben denselben Namen, also dassel- – das Wort heißt „Tiefschlaf". Gemeint be Wesen und dieselbe Würde.
Aber was soll die Überlegung zum ist damit ein „Offenbarungstraum". Und damit ist der Tiefsinn der Text der Erschaffung der Frau für das Wenn in der Schrift eine Einsicht oder Stelle schon herausgestellt. Das Glei- Thema „Die Frau in der Kirche" be- Erfahrung in ein Traumerlebnis ver- che drückt ja „Bein von meinem Bein" legt wird, dann ist das wie ein Ru- und „Fleisch von meinem Fleisch" fezeichen: Achtung – jetzt kommt aus. Und es wird noch hinzugefügt, Nun, das besonders Verwunderliche etwas ganz Großes, Gewichtiges, Be- dass die beiden für eine innige, per- am Genesistext ist Folgendes: Er deutungsvolles! So ist das auch hier sonale Gemeinschaft bestimmt sind, demonstriert in intensiver und unü-zu beachten. Wir finden viele derar- die alle anderen Bindungen familiärer berhörbarer Weise die Gleichheit von tige „Offenbarungsträume" im Alten Art zurücklässt, sogar die zu den El- Mann und Frau in Wesen und Wür- und Neuen Testament.
tern. Das tendiert eindeutig in Rich- de. Schriftlich fixiert ist dieser Text Und nun legen wir einmal den tung Einmaligkeit, Ausschließlichkeit sicher erst im letzten Jahrtausend v. schwierigen Knochen – das Bild von und Dauerbindung.
Chr., also in einer eindeutig patriar- der Rippe Adams, aus der die Frau „Darum verlässt der Mann Vater chalischen Gesellschaft, die in ihren geschaffen wird – beiseite und schau- und Mutter und bindet sich an die vermögenden Kreisen polygam war. en uns etwas genauer den Gesamt- Frau und sie werden ein Fleisch" – das In einer derartigen Gesellschafts- sinn der Stelle an: bedeutet über die sexuelle Gemein- form, wie sie uns in der Beduinenwelt Das Thema wird dramatisch ent- schaft hinaus tiefe Wesensbindung.
Abrahams genauso entgegen tritt wie faltet. Der Mensch ist auf der Suche in der Zeit der Könige, wo der Harem nach einer Ergänzung, nach einem Und jetzt kehren wir zurück zu un- zum Statussymbol wurde, erfolgt fast „Du". Modern ausgedrückt wird hier serem Knochen, der Rippe, und zu der notgedrungen eine Abwertung der ein Mensch als zutiefst soziales We- Frage, was dieses Bild wohl bedeuten Frau. Sie wird Besitz, auch austausch- sen vorgeführt, zu dessen Leben we- soll. Das ist nicht ganz einfach. Man barer Besitz. Und damit entfernt sich sentlich Begegnungen und Gemein- hat in archäologischen Funden in Pa- eine patriarchalische Gesellschaft ei- schaft gehört. Er betrachtet die Tiere lästina Figürchen entdeckt, die einen gentlich von der fundamentalen Wert-und nennt sie mit Namen. Mit Namen Knochen eingeschlossen haben. Man- sicht des Ursprungs, wie sie im Traum nennen – das heißt im Alten Orient che haben versucht, das als Verbun- des Adam aufleuchtet.
„das Wesen bezeichnen". Und es zeigt denheit mit den Ahnen zu deuten.
Und doch wird diese Wertsicht (auf sich, dass eben kein Tier ein Wesen Wie ich seinerzeit im Alten Testa- die Christus hinweist: „Im Anfang war repräsentiert, das dem Menschen ment in anderem Zusammenhang auf es nicht so ….") in der Heiligen Schrift entspricht. Erst als dem Mensch die altarabische Sprichwörter gestoßen festgehalten, sozusagen im Wider-Frau zugeführt wird, bricht es aus ihm bin, ist mir eines untergekommen, spruch zu der damals gültigen Ord- nung der Gesellschaft, die eben durch und durch maskulin-dominant organi- tiroler FRAUENhAUs
Diese Spannung ist geblieben, über schutz für alle frauen die Jahrtausende, bis in unsere Zeit. Auch die Kirche hat die patriarcha-lische Struktur und Mentalität über- Maga. Gabriele Plattner, nommen. Schon das Erlösungswerk Geschäftsführerin des Erreichbar?
Jesu wurde in diese patriarchalische Tiroler Frauenhauses, ge- 24h unter 0512/ 242112
Struktur hineingesetzt, die z. B. eine währte Sylvia Leitinger (MJ meinschaft zu ver- Frau als Zeugin vor Gericht gar nicht 1996) und Martina Fuchs gleichen. Der Alltag schaut für jede zuließ. Daher ist es verständlich, dass (MJ 1998) am 20.04.2012 einzelne Frau und jedes einzelne Kind als offizielle Zeugen der Auferstehung für diese Ausgabe des Pauliner sehr unterschiedlich aus. Manche und der Botschaft Jesu Männer ge- Forums in einem ausführlichen Ge- Frauen stehen in der Früh auf und nommen werden mussten. Aber das spräch Einblicke in die wichtige Arbeit gehen ihrer Arbeit nach. Dement- scheint doch eine gesellschaftlich not- dieser Anlaufstation für Hilfe suchen- sprechend anders gestaltet sich auch wendige Konzession gewesen zu sein. de Frauen. ihr Alltag im Vergleich zu Frauen, die Jesus Christus hat – zeichenhaft – die nicht arbeiten gehen können, weil sie Vorurteile gegenüber der Frau mehr- Was ist das Tiroler Frauenhaus? beispielsweise zu gefährdet sind oder
fach und in mancher Hinsicht gerade- Können Sie uns die Einrichtung weil der Antrag auf eine einstweilige
zu schockierend nicht geteilt – man kurz beschreiben?
Verfügung noch nicht durch ist und denke nur an das Gespräch mit der Das Tiroler Frauenhaus ist eine sie daher noch auf keinen ausrei- Samariterin und andere Stellen. Auch Einrichtung für körperlich, psychisch chenden gesetzlichen Schutz zurück- dass der Auferstandene einer Frau als und/oder sexuell misshandelte Frauen greifen können, um sich sicher genug Erstes erscheint, gehört wohl zu die- und Kinder. Bis zu einem Jahr können zu fühlen. Diese Frauen verbringen sen dem Zeitgeist widersprechenden sie diesen Schutzraum in Anspruch dann notgedrungen sehr viel Zeit im nehmen. Die zentralen Elemente im Haus, was natürlich auch belastend Angebot sind Schutz und Sicherheit, sein kann.
Es ist immer noch so, dass patriar- vielseitige Beratung und Begleitung Immer im Haus bleiben zu müs- chalische Vorbehalte in vieler Hinsicht auf verschiedenen Ebenen, die Stär- sen, heißt, den Alltag entsprechend der Frau nicht gerecht werden. In- kung der Ressourcen der betroffenen der Möglichkeiten im Haus gestal- zwischen aber ändert sich der gesell- Frauen und Kinder sowie umfang- ten zu müssen. Ein Teil des Alltags schaftliche Kontext radikal. Es wird reiche Öffentlichkeits- und Präventi- im Haus ist die Beratung. Wie soll es dem Walten des Heiligen Geistes und onsarbeit, um andere neue Perspek- weitergehen? Gibt es neue Perspekti- dem guten Willen eines wesentlich tiven zu entwickeln bzw. sichtbar zu ven? Welche Möglichkeiten des Aus- denkenden Christentums überlassen machen. Entsprechend Ressourcen stiegs aus der Gewaltdynamik gibt sein, die rechten Lösungen für mor- orientiert ist auch der Alltag gestal- gen zu finden, Sichtweisen, die dem tet. Alltag heißt zum einen, diesen Bilddenken der Genesis entsprechen geschützten Wohnraum in Anspruch – und der Rippe, dem uralten Symbol nehmen zu können. Acht Frauen und der Gleichheit von Mann und Frau und bis zu elf Kinder können im Frauen- ihrem Aufeinander-Zugeordnetsein in haus wohnen. Zusätzlich verfügt das personaler Verbundenheit, der Rippe, Frauenhaus über Notschlafplätze, so dem Knochen, an dem seit Jahrtau- die Zimmer alle belegt sind. Das Zu- „Geist und Psyche" senden von so vielen genagt wird, sammenleben von so vielen Frauen ISBN: 3-596-11125-0 weil es anscheinend nicht leicht ist, und Kindern unter einem Dach erfor- . für die Sommer der Vision des Schöpfers gerecht zu dert natürlich auch bestimmte Haus- regeln und Regeln des Zusammen- Bischof Reinhold Stecher lebens. Insofern ist das Frauenhaus „Die verborgene Kultur der Frau – Gespräche mit Bäuerinnen in Mexiko" es? Welche Schritte sind wann zu Prinzipiell betrifft häusliche Ge- tus. Das ist meiner Meinung nach tun? Wir unterstützen die betroffenen walt Frauen und Kinder aller Schich- immer problematisch, auch wenn die Frauen bei Arbeits- und Wohnungs- ten. Ins Frauenhaus selbst kommen Ehe funktioniert. Wenn aber die Ehe suche, bei Existenz sichernden Maß- jedoch meist Frauen mit oder ohne nicht funktioniert – insbesondere we- nahmen. Die psychosoziale Beratung Kinder, die keine oder kaum andere gen Gewalttätigkeit – dann riskieren ist ebenfalls enorm wichtig. Hier geht Ressourcen haben – finanzielle Res- diese Frauen bei Trennung viel – im es schwerpunktmäßig auch um das, sourcen oder andere soziale Netz- schlimmsten Fall die Abschiebung. was Frauen an Verletzungen erlebt werke wie Freunde, Bekannte, Fami- Man muss hier auch in der Beratung haben. Zusätzlich braucht es oft auch lie. Die Familie selbst ist oft der Ort, sehr genau schauen, welche Schritte noch therapeutische Unterstützung von dem die Gefahr ausgeht. Auch sind wann zu tun und was gefährdet vor allem bei schwer traumatisierten eine Wegweisung kann für manche die Frauen wie. Eigentlich sollten die Frauen und Kindern. Dazu vermitteln Frauen mit Mehrfachproblematiken Gesetze so sein, dass den Frauen, wir meist an Therapieplätze außer die Probleme nicht oder nicht aus- wenn sie schon den Schritt wagen, Haus, weil man sich vorstellen muss, reichend lösen. In manchen Fällen aus der Gewaltdynamik auszusteigen, ist es nämlich so, dass nicht auch noch riesige Stolpersteine es nicht nur einen Täter in den Weg gelegt werden. Migran-gibt. Wenn nicht nur der tinnen haben hier viel schwierigere Ehemann oder Partner Bedingungen – fremdenrechtliche gewalttätig ist, sondern auch weitere Personen im Familienumkreis, dann Das Tiroler Frauenhaus gibt es seit 30 nützt es wenig, einen Ge- Jahren. In den letzten 30 Jahren haben walttäter wegzuweisen, sich durchschnittlich 16 Personen täglich während die betroffene Frau Gefahr von den an- dort aufgehalten.
dass das Haus eben nicht „nur" so- deren zu befürchten hat. Dann bringt Weitere Details siehe: ziale Einrichtung, sondern eben auch es nichts, wenn die Frau in der Woh- der private Wohnraum der Frauen nung bleiben kann. Daher gilt für den und Kinder ist. Im Haus Therapien Bereich der Opferschutzarbeit immer, anzubieten, wäre deshalb nicht mög- dass die Angebote so vielseitig wie Tiroler Sparkasse, BLZ 20502
möglich sein müssen. Zum Glück gibt Konto Nr. 0000 0046 797
All diese Aspekte strukturieren es seit 1997 das Gewaltschutzgesetz den Alltag und machen ihn dem- und zum Glück gibt es auch Frauen- Hürden, Hürden in der Arbeits- und entsprechend vielseitig. Es geht um häuser, wo Frauen hinkönnen, bei de- Wohnungssuche sind zusätzliche Be- das Alltägliche wie Wohnen, Essen, nen das Gewaltschutzgesetz alleine lastungen.
Trinken, Zusammenleben. Gleichbe- zu kurz greifen würde. Was heißt hier deutend aber auch um Schutz und „zum Glück"! Schöner wäre natürlich, Gibt es sprachliche Hürden, die
Sicherheit, Existenzsicherung, Entwi-
wir bräuchten das alles nicht, weil es Ihre Arbeit bei Migrantinnen er-
ckeln neuer Lebensperspektiven und keine Gewalt gibt.
Aufarbeitung – zumindest ansatzwei- Wie schaut die Problematik bei Ja, die gibt es. Aus diesem Grund
se – dessen, was sie an Verletzungen Migrantinnen aus?
ist die Arbeit mit Dolmetscherinnen erlebt haben. Das gilt sowohl für die Das Problem hierbei ist, dass enorm wichtig, weil beispielsweise Frauen als auch für die Kinder. Dem- hier zusätzlich fremdenrechtliche die Kompliziertheit der Anträge oft entsprechend vielseitig ist auch unser Bestimmungen greifen, die die Ab- auch für Frauen mit deutscher Mut- Beratungs- und Begleitungsangebot hängigkeiten noch weiter verstär- tersprache kaum verständlich ist. für die Frauen und Kinder im Haus.
ken. Frauen, die über Familienzu- Umso schwieriger ist es, wenn man Kann man sagen, dass Frauen sammenführung nach Österreich die Sprache nicht beherrscht. Das
aus allen sozialen Schichten kom-
gekommen sind, haben keinen vom Angebot von Dolmetscherinnen hilft Mann unabhängigen Aufenthaltssta- den Frauen, das oft vorhandene Ge- fühl der Ohnmacht zumindest einzu- emotionaler Hinsicht. Es gibt Erreichbar?
schränken. Erlebnisse, die sehr weh Frauen mit multidimensio- 24h unter 0512/ 242112
getan haben, können oft nur in der nalen Problemlagen. Da geht zwischen sehr traditio- Muttersprache ausgedrückt werden. es „nicht nur" um das Erleben nellen, patriarchalen Familienformen Damit dies möglich ist, haben wir von Gewalt, sondern auch um die und dem Vorkommen von häuslicher ein Netz an unterschiedlichen Dol- verhindernden Strukturen rundhe- Gewalt! Wollen wir also Gewaltfrei- metscherinnen in unterschiedlichen rum, um strukturelle Gewalt und der heit, muss Geschlechtergerechtigkeit Sprachen. Die Frage des Dolmetsch- Produktion von Abhängigkeiten, die erreicht werden.
angebotes ist immer auch eine Frage es so schwer machen zu gehen. Die Kann man sagen, dass Frauen mit
der Finanzierbarkeit. Zum Glück ha-
Klientinnen sind immer wieder damit Kindern eher den Schritt in das
ben wir derzeit die Möglichkeit über konfrontiert, dass der Schritt sich zu Frauenhaus wagen wie Frauen
den Bund Fördermittel zu bekommen,
trennen, oft und immer noch ver- um die Dolmetschkosten zu decken – knüpft ist mit einem mehr oder we- Es gibt Frauen mit Kindern, die wie lange das noch so ist, wissen wir niger großen Unverständnis der Ge- sich entscheiden aus der Beziehung sellschaft. Das kann man Der Bund hat hier also praktisch nicht verallgemeinern,
ein Kontingent für diese Kosten?
aber für viele ist es nach Ja, das nennt sich Migrantinnen- wie vor schwierig, sich topf bzw. wir nennen das so. Diese und anderen einzugeste-Subventionsgelder sind mittellosen hen, dass die Beziehung, Migrantinnen gewidmet. Zum einen die Ehe gescheitert ist. wenn Beratungen nur mit Dolmet- Das hat nichts mit einem scherinnen durchgeführt werden kön- Unvermögen der Frauen nen, zum anderen, wenn diese ihren selbst zu tun, sondern Aufenthalt nicht selbst bezahlen kön- mit gesellschaftlichen nen, weil sie keine Arbeit oder keinen Bedingungen, die wir vorfinden. Die- zu gehen, sobald die Kinder auch di- Anspruch auf Mindestsicherung ha- se sind nach wie vor eng mit dem rekt misshandelt werden. Gleichzeitig ben bzw. mit Beantragung der Min- Ideal der „heilen Familie" verbunden. gibt es aber Frauen, die Kinder ha- destsicherung sehr große Nachteile Jetzt gibt es aber bekanntlich nicht ben und denen es gerade deshalb in Kauf nehmen müssten. Wir haben nur diese so sehr gewünschte Form so schwer fällt wegzugehen, weil sie mitunter viele Migrantinnen im Haus, von Familie, sondern Familie ist eben den Kindern beispielsweise den Vater d. h. nicht, dass es so viel mehr Mi- auch nachweislich der gefährlichste nicht nehmen wollen – auch wenn er grantinnen gibt, die Gewalt erfahren Ort für Frauen und Kinder.
sie schlägt. Und da sind wir wieder haben; sondern das liegt daran, dass Mittlerweile sind traditionelle bei diesen traditionellen Rollenbildern
das Tiroler Frauenhaus im Gegensatz Rollenbilder nicht mehr das ein-
angelangt und bei der Vielschichtig- zu anderen ähnlichen Einrichtungen zig Seligmachende, oder wie se-
keit an Gewaltdynamik. Vor allem auch Migrantinnen aufnehmen kann, hen Sie das?
die eben keine Mindestsicherung be-
Ja, es hat sich einiges verändert. kommen oder auch nicht beantragen Traditionelle Rollenbilder könnten wollen, weil ihnen dadurch Nachteile mehr hinterfragt werden, nicht-tra- entstehen können, die ihr weiteres ditionelle Rollenbilder könnten mehr Leben sehr beeinflussen würden.
gelebt werden, aber wider besseren Welche Probleme beschäftigen Wissens über die Häufigkeit von häus-
licher Gewalt wird trotzdem immer Einiges habe ich ja schon ange- noch so getan, als gäbe es diese „heile Ullstein, 2006 (2003) sprochen, aber wenn man es zusam- Familie". Dahinter steckt Strategie! ISBN-10: 3-548-56481-0 . für die Sommer menfasst, dann geht es ganz viel um Es geht darum, ein bestimmtes tradi- „Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr – Abhängigkeiten. Sowohl in gesetz- tionelles Rollenbild dennoch aufrecht- Mein Leben als Kindersoldatin" licher, ökonomischer als auch sozialer, zuerhalten. Es gibt einen eindeutigen spRIch' mit bedacht!
Wort-herleitungen (1)

„Ist das nicht herrlich!" Diesen Ausruf hört man bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten. Dass „herrlich" mit „Herr" zusammen- hängt, liegt auf der Hand. Doch hast Du, liebe Leserin, lieber Leser, gewusst, dass „Herr" auf das Althochdeutsche „herro" bzw. das Mittelhochdeutsche „hēr" („hehr") zurückgeht und so viel wie „erhaben", „vornehm", „heilig", aber auch „hochmütig" bedeutet? Genau genommen steckt sogar die Komparativ-Form „hēríro" dahinter: „älter", „ehrwürdiger", „erhabener". Der „Herr" muss also mit einem „Silber-Rücken" bei den Gorillas eine Gemeinsamkeit haben: Die grauen Haare.
Interessant ist, dass das weibliche Pendant dazu die „Herrin" aus dem Französischen übernommen wurde: Mit „Dame" wird die „(Ehe-)Frau", die „(Haus-)Herrin" und „Geliebte" benannt. Die Verkleinerungsform „Dämchen" ist heute nicht mehr gebräuchlich. Aber – Achtung! – „damisch" oder „dämlich" haben mit „damenhaft" nichts am Hut: „damisch" ist mit „taumeln" verwandt; und „dämlich" leitet sich aus dem mittel- und niederdeutschen Wort „dämelen" ab, was so viel wie „nicht recht bei Sinnen sein" bedeutet.
Horcht einmal in unseren Dialekt hinein: Wieviel Sprach-Historie da doch noch lebendig ist! wenn Frauen aufgrund der erlebten Fraueneinrichtungen, soziale Einrich- selten Frauen im Haus, aber dennoch Gewalt ihre Kinder nicht mehr ausrei- tungen, Krankenhäuser. Einige Klien- ist es ein Beispiel dafür, dass es un- chend schützen können, wird deutlich, tinnen kommen auch über die Polizei terschiedlichste Wege gibt, sich aus wie wichtig Unterstützung von außen zu uns, d. h. da hat es zuerst einen einer Gewaltbeziehung zu lösen.
ist, um der Gewaltdynamik ein Ende Polizeieinsatz gegeben. Möglicher- Immer wieder werden wir im Rah- setzen zu können. Die Unfähigkeit weise sind Wegweisung und Betre- men unserer Arbeit mit dem Mythos mancher Mütter, ihre eigenen Kinder tungsverbot ausgesprochen worden. konfrontiert, „die Frauen würden sich zu schützen, ist in diesem Fall nicht Falls die Frau sich trotz Wegweisung gewaltbereite Männer quasi aussu-nur als Fehlverhalten der Frau zu se- unsicher fühlt oder wenn sie mehr an chen". Dem ist nicht so! Keine Frau hen, sondern eben auch als eine Fol- niederschwelliger Betreuung und Be- möchte misshandelt oder gedemütigt geerscheinung dieser Gewaltdynamik ratung braucht, dann bringt sie die werden.
selbst. Und das müssten andere von Polizei zu uns. Manche erfahren auch Wie finanziert sich das Frauen-
außen viel, viel mehr beachten. Da aus der Zeitung, dem Telefonbuch haus? Wir haben die Info, dass
wären wir auch bei dem Thema „Zu-
oder dem Internet über das Frauen- vor Jahren das Tierschutzheim
sammenhang zwischen Frauenmiss- haus. Manche waren bereits schon mehr Budget zur Verfügung hatte
handlung und Kindermisshandlung" einmal im Haus oder haben über Be- als das Frauenhaus! Ist das noch
angelangt. Mittlerweile belegen zahl- kannte, Verwandte davon erfahren. immer so?
reiche Studien, dass, wenn Frauen Die Wege ins Frauenhaus sind also Ich nehme mal an, dass das noch misshandelt werden, zu einem sehr sehr unterschiedlich, genauso wie immer so ist, falls es so war. Ich ken-hohen Prozentsatz die Kinder auch die Erfahrungen und Möglichkeiten, ne das Budget des Tierschutzheimes direkt misshandelt werden. Nicht nur die sie mitbringen und die Zeitspan- nicht. Mag aber nicht so gern, wenn direkt, auch indirekt; denn beob- nen bis die Frauen sich entscheiden das eine mit dem anderen ausgespielt achtete Gewalt an der Mutter ist zu zu gehen. Es gibt Frauen, die über- wird. Davon halte ich nicht viel.
100 % eine Form der Misshandlung legen sich diesen Schritt ins Frauen- Ja, das ist jetzt eine lange Ge- haus zu gehen über Jahre und tun schichte, das mit dem Finanziellen. Es Kommen die Frauen direkt ins ihn dann irgendwann mal. Die älteste geht uns heute – sechs Jahre nach-
Frauenhaus oder werden sie von Frau, die jemals bei uns im Haus war, dem wir fast hätten zusperren müssen
Institutionen vermittelt?
war 80 Jahre alt! Unglaublich, dass – finanziell wieder wesentlich besser. Die Wege sind sehr, sehr unter- sie es nach Jahrzehnten des Marty- Wir haben nun einen Drei-Jahres- schiedlich. Wir haben natürlich Ver- riums geschafft hat auszusteigen. Ir- Vertrag mit dem Land Tirol, der al- netzungspartner/innen wie Fami- gendwann hat sie beschlossen: Jetzt lerdings heuer schon wieder ausläuft. lienberatungsstellen, Jugendamt, ist genug! In diesem Alter haben wir Dieser Vertrag war natürlich eine beschLüssE des vereins
Seit der Generalversammlung Die Kosten für die notwendigen Das Redaktionsteam des Pauliner vom 5. November 2011 wurden Änderungen an der Vereinshomepage Forums hat aktiv die Betreu- in den Vorstandssitzungen folgende (Durchführung Werner Neururer) in ung des Internetauftritts des Vereins Beschlüsse gefasst: Höhe von etwa EUR 200,00 wurden aufgenommen. Dies umfasst neben Der Verein überlegt, einen Fonds genehmigt.
technischen Änderungen eine op- zur finanziellen Unterstützung von Zukünftig soll bezahlte Werbung tische Anlehung an das aktuelle De- Schüler/inne/n zu gründen, deren im Pauliner Forum grundsätzlich zu- sign des Vereins, die Bestellung eines Erziehungsberechtigte unerwartet in gelassen werden. Diese darf aller- Internetredakteurs, damit Informati- finanzielle und/oder soziale Schwie- dings nicht mehr als 5 % des Gesam- rigkeiten geraten sind. Eine Projekt- tumfangs einer Ausgabe betragen.
gruppe wird das Konzept für das Ma-nagement dieses Fonds erstellen.
Robert Höfner, MJ 1988 große Errungenschaft, weil wir so auf sich dann den Aufenthalt nicht mehr on zeitnah eingebracht werden kann, viel mehr Planungssicherheit zurück- selber zahlen, da mit diesem Finan- und die Betreuung und Moderation greifen können. Das Land übernimmt zierungssystem die Tagsatzkosten von vereinsunabhängigen „digitalen" den Großteil der Subventionen. Einen enorm nach oben steigen würden.
Alumni Bemühungen in Facebook und weiteren Teil übernimmt die Stadt Haben Sie Wünsche für die Zu-
XING, damit auf neuen Lesestoff im Innsbruck, wobei wir hier jährlich kunft des Frauenhauses?
Vereinsauftritt aufmerksam gemacht um Subventionen ansuchen müssen, Klar, ich habe viele Wünsche im werden kann.
da wir keinen Mehrjahresvertrag ha- Sinne einer bestmöglichen Unterstüt- Wir laden alle Pauliner/innen ein, ben. Dann ist da noch der Bund zu zung für misshandelte Frauen und Themen und Hinweise auf Veranstal-nennen. Wir sind aber jetzt an einem Kinder! Hier nur einige davon: tungen mit Bildinformationen an die Punkt, wo es nicht klar ist, in welche Ich wünsche mir ein neues, den Adresse redaktion@paulinum.at zu Richtung die Finanzierung zukünftig Bedürfnissen der Frauen und Kinder senden.
gehen wird. Derzeit wird diskutiert, und den Qualitätsstandards entspre- Wir freuen uns auf Euren regelmä- ob das Frauenhaus und andere ähn- chendes Frauenhaus.
liche Einrichtungen auf eine Tagsatz- Inhaltlich wünsche ich mir u. a., finanzierung auf Basis der Mindest- dass der Zusammenhang zwischen Patrick Winkler, MJ 1988 sicherung umgestellt werden soll. Das Frauenmisshandlung und Kindermiss- ausführlich zu behandeln, wäre jetzt handlung noch viel mehr gesehen zu umfangreich. Der Hauptkritikpunkt an dieser Finanzierungsvariante ist, Dann wünsche ich mir noch, dass dass dann nicht mehr gewährleistet dieses traditionelle Rollenbild, das werden kann, dass alle Frauen unab- Frauen und Männer in bestimmte hängig von Herkunft, finanziellem und Rollen verweist, mehr und mehr auf- sozialen Status, Sprache, Kultur oder geweicht wird und Geschlechterge-Religionszugehörigkeit etc. Schutz rechtigkeit eine Chance haben kann. vor Gewalt finden können, weil eben Denn ohne Geschlechtergerechtigkeit nicht alle Anspruch auf Mindestsiche- kann es keinen Ausweg aus der Ge- rung haben oder mit einer Beantra- ISBN: 3-85218-026-0 . für die Sommer gung sehr große Nachteile in Kauf nehmen müssten. Außerdem gibt es Frauen, die verdienen und daher kei- Wir danken für das aufschluss-
„Die Frau in der Geschichte Tirols" nen Anspruch haben. Diese könnten reiche Gespräch!

Einnahmen und Ausgaben zum 28.05.2012
Stand Raika Konto per 23.03.2012 . keine Kontobewegungen Kaplan Msgr. Ludwig Penz (MJ 1934) Stand Raika Konto per 28.05.2012
932,03 €
95. Geburtstag
OSTR Prof. i. R. Karl Gander
Stand Hypo Konto per 23.03.2012 Mitgliedsbeiträge (ab 24.03.2012) Kontoabschluss 31.03.2012 Einzug Post 18.05.2012 Mag. pharm. Johann Ruepp Stand Hypo Konto per 28.05.2012
105,60 €
Stand Hypo Sparbuch per 23.03.2012 HR Mag. Anton Plangg (MJ 1938) . keine Kontobewegungen MR Dr. Norbert Krenn (i. P. 1931-38) Stand Hypo Sparbuch per 28.05.2012
9.000,00 €
92. Geburtstag
Msgr. OSTR Franz Girardelli (i. P.
Präf. 1955-59)
Stand Raika Konto Stand Hypo Konto Stand Hypo Sparbuch OSTR Prof. i. R. Mag. Ludwig Nöbl (i. P. 1935-38, Prof. f. Biologie GESAMTGuTHABEN des Vereins per 28.05.2012
10.037,63 €
und Geographie 1948-52) Raimund Hirschberger, MJ 1977, Kassier RR Lorenz Danzl, Rechtspfleger i. R. (i. P. 1935-38) 88. Geburtstag
Alfred v. Enzenberg (i. P. 1935-43)
Mit großem Bedauern mussten (60 Jahre) und P. Thomas Naupp (40 Altnationalrat Dr. Alois Leitner wir feststellen, dass wir trotz Jahre) in der Rubrik Priester-Jubiläen (i. P. 1939-43) mehrfachen Korrekturlesens in der der Seite 11 angeführt, was natürlich
letzten Ausgabe des Pauliner Forums nicht korrekt ist. In Zukunft werden 85. Geburtstag
zwei gravierende Fehler übersehen wir hier genauer hinsehen und unter-
HR Dr. Adolf Platzgummer (MJ 1947) HR Dr. Oskar Wötzer (MJ 1948) (1) Am Titelblatt und im Leitartikel Dank an die aufmerksamen Leser/in- auf Seite 6 muss es natürlich richtiger nen für das freundliche Hinweisen auf MR Dr. Heinz Praxmarer (MJ 1946) Weise „agaqoV" und nicht „agatoV" hei- die Fehler. Wir bitten alle Leser/innen Hotelier Walter Tschol (MJ 1948) (2) In der Eile wurde auch das Profess- Dipl. Ing. Karl Schwärzler (MJ 1952) Jubiläum von P. Magnus Lochbihler Dkfm. Dr. Kuno Hörmann (MJ 1950) Wirkl. Hofrat Dr. Max Tischler Eduard Sporer, ehrenamtlicher HS-Lehrer Hans Schweigl (MJ 1963) Freiwilligenkoordinator Hospiz- VS-Dir. Josef Told (MJ 1963) Mag. Heinz König (MJ 1951) Wien (i. P. 1948-54) Organ. Dir. i. R. Helmut Kathrein Univ.-Prof. DI Dr. Richard Küng Msgr. Cons. Helmut Gatterer Dr. med. Franz Schwendinger Cons. Anton Josef Kofler (MJ 1952) Reg.-Rat Gerald Huber (MJ 1957) Dir.-Stv. i. R. Ludwig Ladner Pfarrer Cons. Mag. Anton Mitterdorfer (MJ 1957, i. P. in OSR HS-Lehrer i. R. Hans Lenz Schule und Heim tätig von OSTR Prof. i. R. Mag. Willibald Gösweiner (Prof. f. Deutsch und Dekan Msgr. Ernst Pohler (MJ 1952) Dr. vet. med. Josef Pedarnig Geschichte 1983-2009) Msgr. Dr. Peter Webhofer, Amtsrat Johann Schapler Domkapellmeister i. R. (MJ 1952) DI Blasius Regensburger (MJ 1957) DI Dr. Otto Wassermann OSTR Prof. i. R. Mag. Friedrich Köck Amtsrat Josef Gruber, (Prof. f. Leibesübungen und Gerichtsberater (i. P. 1957-65) Dkfm. Dr. Josef Thoma (MJ 1953) Geographie 1966-97) HR Dr. Hansjörg Constantini OSR VS-Dir. i. R. David Tröbinger Erzbischof von Salzburg Dr. Alois Kothgasser SDB, Bischof der Lic. theol. Diakon Eckhart Hörhager Elisabeth Peer (i. P. Präfektin Diözese Innsbruck 1997-2003 Mag. Peter Rieser (MJ 1965) OSTR Prof. Mag. Günther Lechner, Prof. Mag. DDr. Franz Constantini Dir. BG Wörgl (MJ 1966) Dr. Hans Kofler (i. P. 1949-56) Klaus Linthaler, Lds.-Reg. T. Lehrer i. R. Josef Erler (MJ 1955) Ao. Univ.-Prof. Dr. phil. Hugo Penz Dir. i. R. Dr. Rudolf Sailer (MJ 1955) HS-Lehrer Sigmund Trenkwalder Oberst Helmut Aschaber (MJ 1956) Dr. med. Christian Rumer (MJ 1960) DI Peter Baum (i. P. 1948-54) Pharmaberater Wolfgang Schwierz Bankangest. Mag. Josef Winkler Beamter Adalbert Wackerle Casino-Angest. Erwin Kofler HR Mag. Siegfried Kirchner, Dir. der Prof. Mag. Hans Spielmann Villa Blanca i. R. (MJ 1961) Der Begriff für „Herrin" im Alt- Josef Ostermann, Technischer bzw. Mittelhochdeutschen lautete Zeichner (MJ 1961) „frouwe" bzw. „vrouwe" und steht im Dr. med. Werner Unsinn (MJ 1961) Zusammenhang mit einem unterge- Georg Wallner, Personalchef i. R. gangenen Hauptwort, das nur noch in „Fronleichnam" und „Frondienst" OAR Bruno Habicher (MJ 1962) Verwendung findet.
Finanzbeamter Johann Ilg (MJ 1962) Bereits im Mittelhochdeutschen Dipl. KH-BW Jürgen Knapp wird „der Art einer [reifen] Frau „Chronik der Nähe" entsprechend" mit „vrouwelich" be- Anton Wolf (MJ 1962) ISBN-10: 3492055060 . für die Sommer schrieben und die „junge Frau", das Dr. vet. med. Georg Außerlechner ISBN-13: 978-3492055062 „Fräulein", als „vrouwelīn" bezeich- Univ.-Ass. Dr. Konrad Baldauf (MJ 1963) nachruf – franz MITTERDoRFER
Am 27. Jänner 2012 verstarb im Willkür und Menschenverachtung bei von Leo und Arno hat sich nicht nur
65. Lebensjahr Dr. Franz Mitter- Lehrern und Vorgesetzten konfron- ein Lebensziel erfüllt, sondern auch dorfer (Mj. 1968), Psychologe und tiert – ein Thema, das ihm lange noch die Möglichkeit aufgetan, Familie in- Psychotherapeut am Klinikum Kla- zu schaffen machen sollte. Nach der tensiv zu erleben. Kunst und Glauben genfurt. Viele seiner Pauliner Mitschü- Matura planmäßiger Eintritt ins Prie- hat er Zeit seines Lebens hoch ge- ler begleiteten ihn zu seiner letzten sterseminar in Innsbruck – er hat es halten und in der ihm eigenen Weise Ruhestätte. Bei der Trauerfeier wurde nach zwei Semestern verlassen und verwirklicht: In Lyrik und im Malen von einem persönlichen Freund und ging nach Wien. Sein großer Wunsch hat er verarbeitet und ausgedrückt, Kollegen seiner mit folgenden Worten an der Kunstakademie aufgenommen was ihn bewegt hat. Einige Lesungen erinnert: zu werden, erfüllte sich nicht. Er stu- haben ihm die Sicherheit gebracht, „Punkte im Leben von Franz: dierte Psychologie, promovierte und literarisch auf gutem Weg zu sein – 1947 geboren als jüngstes von zehn erinnerte sich vor kurzem erst an mehr war nicht nötig. In Gebeten und Kindern auf einem Bauernhof in Ober- seinen noch nicht bezahlten Promoti- sehr persönlichen Segnungsfeiern hat tilliach – in bescheidenen Verhältnis- onsanzug. Der Beruf führte ihn nach er im Familienkreis etwas von seinem sen. Nach der Volksschule in Obertilli- Klagenfurt an die damalige Heilpäda- Ringen um lebendigen Glauben wei- ach ging er ins Gymnasium Paulinum gogik, später an die Psychiatrie. Ob tergegeben. Freundschaften waren nach Schwaz. Jetzt empfand er es als jung oder alt – seine Patienten wa- ihm ein hohes Gut, um das er sich erlösend, nur mehr ein Mal täglich in ren ihm echte Herzensanliegen, ihre auch sehr bewusst bemüht hat; sein die Kirche gehen zu müssen; er er- Schicksale haben ihn bewegt, heraus- leiser Witz wird in Erinnerung blei- lebte aber auch den sozialen Unter- gefordert; für sie war er immer bereit ben. Die Zeit seiner Erkrankung war schied. Gleichzeitig sah er sich mit sich einzusetzen. Durch die Geburt keine leichte, obwohl er es zeitweise In piam memoriam
HR Dr. Adolf Lässer, Landesfremden- 1999), + 04.03.2012 verkehrsdir. i. R., + 05.01.2012 (MJ DDr. Walter Stumpf, Zahnarzt i. R., Frau Emma Oberladstätter, Mutter + 25.11.2011 (i. P. 1934-38) von Dr. med. Jürgen Oberladstätter Oberarzt Dr. Karl Scheiber, (MJ 1991), + 14.03.2012 Frau Elda Nöbl, Schwiegermutter von + 12.01.2012 (MJ 1969) Dr. Peter Kraler, Amtsarzt (MJ 1965) Em. o. Univ.-Prof. Dr. Konrad Ginther, und Schwägerin von OSTR Prof. i. Akad. Bildhauer und Maler Mag. + 18.03.2012 (MJ 1953) R. Mag. Ludwig Nöbl (i. P. 1935-38, Josef Opperer, Vater von Nikolaus Prof. 1948-52), + 26.11.2011 Opperer (MJ 1976), + 16.01.2012 (i. Herr Ernst Junker, Vater von Mag. P. Kunsterzieher 1957-75) theol. Konrad Junker-Anker (MJ Herr Herbert Weber, + 09.12.2011 1980), + 29.03.2012 Dr. Franz Mitterdorfer, Bruder von Herr Christian Mair, Industrie- Pfarrer Cons. Mag. Anton Mitterdor- Postmeister i. R. Josef Salner, Vater Designer, Sohn von HR Dr. Walter fer (MJ 1957), + 27.01.2012 (MJ von Prof. Mag. art. Alois Salner (MJ Mair (MJ 1950, Prof. für Deutsch und 1974), Arthur Salner (MJ 1975) und Latein 1955-58 und 1959-83), Dipl.-Gr. Mag. art. Georg Salner (MJ + 21.12.2011 (MJ 1981) Frau Maria Obrist, Mutter von Richter 1976), + 03.05.2012 Mag. iur. Richard Obrist (MJ 1984), Herr Martin Gapp, Bruder von Pater Msgr. Dekan i. R. Franz Saurer, Cons. Norbert Gapp (MJ 1957), + 09.05.2012 (MJ 1954) Frau Johanna Brugger, Mutter von Mag. theol. Norbert Brugger (MJ Pfarrer Hermann Walch, + 1992) und Susanne Brugger (MJ 27.05.2012 (MJ 1958) so vermittelt hat. Die persönliche Aus-einan- denz auch mit dem Paulinum auseinander. dersetzung mit Krankheit und Religion hat ihn Aus einem Brief nach dem 40-jährigen Matu-und die Familie über weite Strecken getragen. rajubiläum im Juni 2008 an seinen langjäh-Verzweiflung war trotzdem gegeben. Das wa- rigen Banknachbarn Bernhard Schretter: ren dann jene Momente, Tage, Wochen, in de- „[…] Ich selbst bin in diesem Haus glück- nen er sich mit seinem Schicksal künstlerisch licherweise nicht mehr verletzt worden, als auseinandergesetzt hat – einige Kreuzwege woanders auch – womit ausgedrückt ist, dass sind auf diese Weise entstanden. So hat er ein Nicht-Erreichen des Optimums bei mir ei-Spuren hinterlassen in der Familie, im Freun- nen Eigenanteil enthält (familiär-sozial, öko- deskreis und nicht zuletzt in seinem künstle- nomisch, genetisch bedingt oder wie auch rischen Umfeld. Sie werden das Gedenken an immer). […] Die „Ganslhaut" beim Betreten ihn lebendig halten." des neuen Paulinums ist als psychophysischer Künstlerisch und literarisch äußerst be- Ausdruck der positiven Betroffenheit ohnehin gabt, durch sein Studium und seine Tätig- aussagekräftig genug. […]" keit als Psychologe in analytischem Denken geschult, mit kritischem Blick ausgestattet, Bernhard Schretter, MJ 1968 setzte er sich in seiner Lyrik und Korrespon- paulinum 1960 – 1968
(aus „neue gedichte 1". In: (in anlehnung an „der zögling tjaz" von florjan lipus) mir scheint mein freund keine spur geblieben die zeit mit dir vorbei zu sein lass dich umarmen tod zum abschiedsdank an diesem haus ich lass mein leben gekratzt hab ich aufgeräumt und später zu spät aufgehäuft zurückstreu mir die ordnung verweigernde klinke hängt eigengewichtig schräg in der wuchtigen rechtecktür löwenzahn ins grab antippen genügt bleib ein weilchen stehn verschlungen der eine hör mein letztes schweigewort der andre geborgen das nur du verstehstdu warst mir gut der könig ruh dich ein wenig aus in einem fenster gestreckt und freu dich auf dein neues tun vom himmel zur erdean sechs altärenum die wette gewandelt aus wein und brotder nachwuchsknechte träumeprall gehaltenoder schrumpfgebetet schläft der gerechtelass man ihn ungestörtgott wird ihn schon weckenwenn er ihn brauchen kann in memoriam prof. mag. josef oppERER (1923-2012)
Symposien für Kunsterzieher aus ganz Öster- Geboren am 28.08.1923 in Lienz, Kindheit reich im Römersteinbruch St. Margarethen in und Schulzeit in Lienz und Brixen im Thale, Burgenland.
1938-42 Staatsgewerbeschule Innsbruck- Im Pauliner Lehrkörper war Josef Opperer Abteilung Kunst. Einberufung zum Wehr- schon nach außen eine Ausnahmeerscheinung dienst. Ab 1945 freischaffender Holzbild- mit seinem langen Haar, ein starker Raucher hauer und Maler. 1948-52 Studium an der und einem Gläschen Rotwein nicht abgeneigt, Akademie der Bildenden Künste bei Wienwochen, Schikursen und Lehreraus-bei Prof. Wotruba. Die Studien- flügen nach Südtirol immer fröhlich und zeit finanziert er durch Verkauf lustig, für jeden Spaß zu haben – ein Spitzbub seiner Schnitzereien (Krippen, eben, dem der Schalk im Nacken saß. Um nur Madonnen, Schachspiele u. a.). ein Beispiel dafür zu geben, erinnere ich an 1954 übersiedelt er nach Schwaz, den Besuch von Bischof Rusch, der für den freischaffend tätig, bis er im März Lehrkörper einen Vortrag hielt. Bei der Begrü-1957 Wilfried Kirschl als Kunst- ßung sagte er zu Prof. Opperer: „Sie haben erzieher am Paulinum nachfolgt. aber lange Haare – das ist kein Vorbild für die Nach 18 Jahren am Paulinum Schüler!" Opus schaute den Bischof erstaunt übersiedelt er nach Salzburg, wo an, streckte seine Unterarme vor und antwor-er an die PÄDAK berufen wurde. tete mit einem Achselzucken: „Der Herr hat s 1989 Pensionierung und weiter- hin als freischaffender Künstler
tätig. J. O. stirbt am 16.01.2012 Das künstlerische Werk
in Salzburg. Seinem Wunsch entsprechend von Josef opperer
fanden die Begräbnisfeierlichkeiten in seiner „Opus", wie er genannt wurde, hinterlässt
Heimatstadt Schwaz statt.
als Berater, Lehrer, Künstler und Kulturmotor ein umfangreiches künstlerisches Werk: Lehrer und Kollege
so z. B. zahlreiche Sgraffiti und Bildhauer- Zu einer Zeit (1957-75), als der Schulbetrieb arbeiten in seiner Heimatstadt Schwaz – hier noch ganz von „Zucht und Ordnung" geprägt sei nur auf die Stadtplatzgestaltung mit dem war, blieb Prof. Josef „Opus" Opperer eine „Silberbrunnen" verwiesen – aber auch auf Ausnahmeerscheinung im Lehrkörper: un- weitere private und öffentliche Aufträge in konventionell, diskussionsfreudig und provo- Brandenberg, Kirchberg, Wörgl, Hopfgarten, zierend, tolerant und verständnisvoll seinen Schlitters, Uderns, Weer, Ötztal Bahnhof, Rop-Schülern gegenüber, er kritisierte nicht, son- pen, Lienz, Salzburg und Weißbach bei Lofer. dern ließ sie gewähren und sich selbst entwi- In einer kommenden Ausgabe der Kulturzeit- ckeln, förderte sie und entdeckte ihre Talente schrift „Schwazer Heimatblätter" (zu bestel-– so auch bei jenen, die heute bekannte Ti- len unter info@rabalderhaus-schwaz.at) wird roler Künstler sind wie z. B. Gerald Kurdoglu das künstlerische Werk ausführlich vorgestellt Nitsche (MJ 1960), Arno Schneider (MJ 1964), werden. Das Rabalderhaus widmete ihm 1998 Rens Veltman (MJ 1971), Georg Ringler (MJ und 2003 große Ausstellungen. Zu seinem 1973), Wolfgang Luchner (MJ 1974), Marco 85. Geburtstag im Jahr 2008 wurde ihm von Szedenik (MJ 1975), sowie die Brüder Arthur BM Dr. Hans Lintner das Verdienstzeichen der und Georg Salner (MJ 1975/76). Neben sei- Stadt Schwaz verliehen.
ner Lehrtätigkeit war Prof. Opperer über sechs Jahre künstlerischer Leiter der Bildhauer- Otto Larcher, MJ 1953 nachruf auf christian h. MAIR MJ 1981
Christian H. Mair wurde am 11.04.1963 als Sohn von Dr. Walter und Elisabeth Mair in Schwaz geboren. Hier besuchte er die Volks-schule und wurde anschließend Schüler im Paulinum, wo er 1981 maturierte.
Christian hat sehr früh – wie viele Pauliner dieser Zeit – die Eremitage als sein zweites Zuhause entdeckt. Bald begann er an die-sem kulturträchtigen Ort, wo immer es auch notwendig war, auszuhelfen und wurde so im Laufe der Zeit zu einem unverzichtbaren Ansprechpartner und kompetenten Visavis. Christian Mair in der
Eremitage, Juli 1983
Wir haben dort wunderbare, unglaublich wit-zige Abende mit ihm verbracht. Unvergessen Patentinhaber großartiger Lichtsysteme. In sind seine Schlagfertigkeit, sein spontaner, seiner Arbeit war er kompromisslos, gewis- hintergründiger Humor, seine unbestechliche senhaft und verlässlich – immer zu 100 Pro- und sehr direkte Art, seine blitzschnellen und zent der Ästhetik verpflichtet.
punktgenauen Analysen, seine satirischen, Als Christian von seiner schweren Krank- bissigen Kommentare, seine Intelligenz und heit erfuhr, blieben ihm nur noch wenige seine gute Menschenkenntnis. Es gelang ihm Monate. In dieser Zeit widmete er sich noch auch immer wieder zu überraschen. Unüber- einmal mit ganzer und letzter Kraft seiner Lei- trefflich war zum Beispiel seine Art, unein- denschaft, dem Design, indem er seine Woh- sichtige Stammgäste von der Sperrstunde zu nung renovierte und sie liebevoll und bis ins überzeugen, indem er ihnen kurzerhand mit kleinste Detail neu gestaltete.
Hilfe des hauseigenen Staubsaugers die Ge- Bewundernswert war, wie er seine Krank- tränke aus den Gläsern saugte.
heit annahm, nie haderte und wie er Hilfe ein- Parallel zu seiner Zeit in der Eremitage stu- fach annehmen konnte.
dierte Christian bereits in Linz Industrie-De- Noch zwei Tage vor seinem Ableben be- sign, denn sein Talent und seine große Leiden- sorgten wir letzte Kleinigkeiten für seine Woh- schaft waren das Gestalten und Entwerfen. In nung, anschließend begab er sich ins Kran- der Anfangszeit seiner beruflichen Laufbahn kenhaus, wo er am 21.12.2011 im Alter von entwarf er nicht nur Möbel, Lampen, Sound- 48 Jahren verstarb.
systeme und andere Objekte des täglichen Wir haben einen liebens- Gebrauchs, sondern er setzte diese Entwürfe werten, immer hilfsbereiten meistens auch selbst handwerklich um. Aus und bescheidenen Menschen dieser Zeit stammen ebenfalls seine Entwürfe verloren.
für viele Geschäfts- und Inneneinrichtungen. Christian, Du warst unser Später widmete sich Christian dann aber ganz lieber Freund und ein Teil von seiner großen Liebe – dem LICHT! In seiner uns. Wir werden Dich ver- Funktion als Lichtdesigner war er sowohl frei- Annika Krummacher schaffend wie auch als Designer für Firmen ISBN: 3-492-26109-4 wie Planlicht, Artluce und das Lichtstudio Ei- . für die Sommer Nikolaus Opperer, MJ 1976 senkeil tätig. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden auch seine zahllosen Entwürfe für „Abenteuerliche Frauen reisen – internationale Messestände. Christian Mair ist ALTDEKAN msgr. franz sAURER
Wir trauern um den Telfer Ehren- die Gründung des Kreises für
bürger Altdekan Monsignore Kultur und Bildung, Franz Saurer, der am 9. Mai 2012 im die große Pilgerreise mit mehr als Alter von 78 Jahren verstorben ist.
200 Telferinnen und Telfern nach Franz Saurer wurde am 28. Fe- Rom im Jahr 1984 mit bruar 1934 in Elbigenalp im Außer- Privataudienz bei Papst Johannes schaftlich begegnete. Er setzte sich fern geboren. 1954 maturierte er am Paul II, vorbehaltlos für den Dialog und das Paulinum Schwaz und begann das die Einrichtung der Herz-Jesu- Miteinander der verschiedenen Bevöl- Theologiestudium an der Universität Notkirche im Ortsteil Sagl/Puite kerungsgruppen ein.
Innsbruck. Am 29. Juni 1959 wurde und Für seine vielen Verdienste hat De- er zum Priester geweiht. Von 1959 bis seine Verdienste um das Telfer kan Franz Saurer mehrfach Ehrungen 1970 war er als Kooperator in Galtür, Vereinswesen, z. B. im Verein und Auszeichnungen erhalten: Imst, Zams, Innsbruck-Saggen und Christlicher Arbeitnehmer, in der 1970 wurde er zum Consiliarius Breitenwang tätig. In dieser Zeit war Vinzenzgemeinschaft und als er auch mehrere Jahre lang Jugend- Schützen-Kurat.
1984 würdigte ihn die seelsorger der Diözese Innsbruck. Marktgemeinde Telfs mit dem 1970 wurde Franz Saurer als Pfarrer Trotz seiner vielfältigen Pflichten und Ehrenzeichen und Ehrenring.
und Dekan in Telfs willkommen gehei- organisatorischen Aufgaben war Franz 1990 verlieh ihm der Papst den ßen. Dieses Amt übte er bis zum Ein- Saurers Hauptanliegen die aktive, auf Ehrentitel Monsignore.
tritt in den Ruhestand 2009 aus. Da- die Menschen zugehende Seelsorge. 1995 wurde er schließlich zum mit ist er der am längsten dienende Sein besonderes Augenmerk und sei- Ehrenbürger der Marktgemeinde Seelsorger, den Telfs je gehabt hat.
ne spezielle Fürsorge galten den Kin- Telfs ernannt.
In seiner Zeit als Pfarrer und De- dern und Jugendlichen. Das beweist 2009 haben die Gemeinde und kan war der Verstorbene unermüd- nicht nur das blühende Ministranten- die Bevölkerung von Telfs ihren lich tätig. Dabei hat er nicht nur das und Jungscharwesen in Telfs, sondern Dekan noch einmal doppelt kirchlich-religiöse, sondern auch das auch das „Haus der Telfer Kinder", gefeiert zum 75. Geburtstag und soziale und kulturelle Leben von Telfs das ihm immer ein Herzensanliegen zum 50. Priesterjubiläum.
nachhaltig geprägt. Zu seinen beson- war. Gerade dieses Projekt, das vor deren Verdiensten gehören unter an- allem berufstätigen Eltern das Leben Danach ist Franz Saurer in den lange deren sein Einsatz leichter macht, zeigt, dass Franz Sau- verdienten Ruhestand getreten. Lei- bei der Gründung der Pfarre zur rer ein aufgeschlossener, fortschritt- der konnte er diesen nur mehr kurze Auferstehung in St. Georgen, lich denkender Priester war.
Zeit genießen.
bei der Gründung der Pfarre Er vertrat feste Grundsätze, be- Wir verlieren mit Monsignore Heilig Geist und dem Bau der wahrte sich aber einen offenen und Franz Saurer einen engagierten, tat- Heilig Geist Kirche, realistischen Blick auf die gesell- kräftigen Seelsorger und einen groß- die große Renovierung „seiner" schaftlichen Entwicklungen und Ver- en Telfer, der in unserer Gemeinde Pfarrkirche Peter und Paul 1982 änderungen. Er stand für eine Seel- viel Positives bewirkt hat.
sorge, die sich an den Bedürfnissen Der Herrgott gebe ihm die ewige die Einrichtung des „Hauses der der Menschen und nicht an Dogmen Ruhe.
Telfer Kinder".
Wir danken unserem Ehrenbürger So überrascht es auch nicht, dass und werden ihm ein ehrendes Anden- Weitere Meilensteine seines uner- sich Franz Saurer stets auch dem ken bewahren.
müdlichen Schaffens sind: ökumenischen Geist verpflichtet fühl- Sein Einsatz für die Gründung des te und dass er anderen Konfessionen Telfer Gymnasiums, und Religionen offen und freund- Bürgermeister von Telfs, anlässlich der Trauersitzung des Gemeinderates Im Brennpunkt der Erinnerung: Ein Vorkämpfer für Völker- und Menschenrechte univ.-prof. dr. konrad „kurt" GINThER, LL.B. (Cantab.) MJ 1952
„Wohin soll ich mich wenden ." aber die menschliche Begegnung mit
– Dieser Text von Josef Neu- ihm und die Art, wie er sein Wissen mann, vertont von Franz Schubert, geteilt, wie er es bei seinen Hörer/drückt etwas von den Belastungen inne/n weiterentwickelt hat: Konrad aus, die Konrad „Kurt" Ginther die hat sich sehr für eine verbesserte, letzten fünf Jahre seines Lebens- kooperative Unterrichtsdidaktik en- weges niedergedrückt haben. Am 17. gagiert.
März 2012 hat er in Rieden bei Reutte Die gemeinsame Zeit, das erlebte leise seine Lebenstür zugetan und ist Glück und das „für einander Dasein" im 78. Lebensjahr verstorben.
in der Familie treffen sich wie die Erlebnisse, Begegnungen, persön- Strahlen im Brennpunkt der Erinne- haben auch das konkrete Leben, das liche Kontakte und viele seiner Worte rung; sie machen traurig, weil das seelsorgliche Gerechtwerden des bleiben in der Erinnerung lebendig: Leben so vergänglich ist, sie machen Einzelnen im Auge. So wie bei den Mir bleibt er als einer von zwei aber auch dankbar, weil „Kurt" seine Musikern: Der eine sieht nur die ge-Riedener Gymnasiasten aus der Zeit Lebensschale mit vielen, schönen Er- schriebenen Noten, die exakt mit des Paulinums der Nachkriegsjahre in fahrungen angefüllt und uns über den dem Instrument ausgeführt oder mit Erinnerung: Er war weder zu überse- Tod hinaus bereichert hat. Konrad der Stimme gesungen werden sollten. hen noch zu überhören.
war als Professor und als Mensch ein Der andere fühlt sich mehr in die Mu- Seinen Kamerad/inn/en und großes Geschenk, als Wissenschaftler sik, in die Aussage dieser Musik hi-Kommiliton/inn/en bleibt er aus der über die österreichischen Grenzen hi- nein und versucht so zu musizieren gemeinsame Studienzeit an den naus anerkannt – auch außerhalb von oder zu singen.
Hochschulen in Wien, München und Europa –, und in der Ausbildung von Ich denke, seine Familie, Freunde, Cambridge in Erinnerung: Er war Juristen im internationalen Völker- Kolleg/inn/en und die Student/inn/en, durch seine Interessensvielfalt und recht gesucht.
haben in „Kurt" auch einen Menschen sein ständiges Bemühen um eine Ver- In Würdigung seiner Verdienste erlebt, der die Noten des Rechts gut bindung zwischen Wissenschaft und für Völker- und Menschenrechte wur- kannte, um ihre Entstehungsge- Praxis bekannt.
de Ginther im Jahre 2002 mit dem schichte wusste, dem es aber um den Wir werden an das wissenschaft- Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Menschen ging, um die Verfassungen lichen Wirken von Konrad Ginther in Graz ausgezeichnet; in der Begrün- des Gemeinwesens, dass den Men- den Jahren 1969 bis 2002 als Univer- dung wurde auch angeführt: „Seiner schen optimal recht geschieht, Men- sitäts-Professor an der Karl-Franzens- humanen Geisteshaltung entspricht schenrechte respektiert und gefördert Universität Graz und an sein großes unter anderem die Gründung des Ös- Wissensgebiet, dem internationalen terreichischen Komitees zur Verhü- Ernst Pohler, MJ 1952 Völkerrecht erinnert: Als langjähriger tung der Folter."Vorstand des Instituts für Völker- Unser Altbischof Dr. Reinhold Ste- recht und Internationale Beziehungen cher hat Konrad aus der Pauliner Zeit fungierte er als Gründungsvater des sehr gut gekannt und ihn als Profes- Institutes für Europarecht sowie des sor im internationalen Völkerrecht Österreichischen Komitees von World sehr geschätzt. Er merkte an: Mit University Service und initiierte u. a. den Juristen des Kirchenrechts und den jährlich stattfindenden Österrei- kirchlichen Gesetzeslehrern ist es nicht einfach, sich auf gleicher Ebe- ISBN-10: 3-426-77910-2 . für die Sommer Vielen Student/inn/en aus aller ne zu begegnen. Die einen sehen nur Welt bleiben seine Vorlesungen und die Paragraphen, den Paragraphen- Prüfungen in Erinnerung – vor allem buchstaben Roms und die andern ad multos ANNos!
welcher Freude und Dankbarkeit der Sein Festhalten an der diözesanen scheidende Bischof, dem neu Geweih- Bildungseinrichtung „Paulinum" hat ten, den Hirtenstab entgegenstreckte dessen Fortbestand gesichert.
und übergab.
Welch' große Beliebtheit Bischof Bischof Alois begab sich von Be- Alois in den Jahren als Innsbrucker ginn an, auf Tuchfühlung mit seiner Bischof erlangte, davon zeugte der Tiroler „Herde", ohne irgendwelche bis auf den letzten Platz gefüllte Dom, Berührungsängste. Der Universitäts- bei seiner Verabschiedung im Jänner professor fand sehr schnell den Draht 2003.
zu den Menschen in unserem Land Am 29. Mai feierte der frühere In- Der 10. Oktober 1997 war für die und überzeugte vor allem durch eine nsbrucker Diözesan- und jetzige Erz- Diözese Innsbruck ein besonde- erfrischende Herzlichkeit, durch ein bischof von Salzburg, Dr. Alois Koth- rer Tag. Das lange Warten auf einen genaues Hinschauen und Hinhören gasser SDB, seinen 75. Geburtstag neuen Bischof hatte ein Ende. Papst wo denn der springende Punkt zu fin- und erreichte damit die laut dem Kir- Johannes Paul II. hatte den Salesia- den sei. Spürbar war immer die Lie- chenrecht vorgesehene Altersgrenze, nerpater und Professor für Dogmatik be zu den Kindern und Jugendlichen, mit welcher Bischöfe dem Papst ihren in Benediktbeuern, Alois Kothgas- und der Geist seines Ordensgründers, ser, zum neuen Innsbrucker Bischof des Hl. Johannes Bosco.
An dieser Stelle wünsche ich, ernannt. Alois Kothgasser musste Zu den sichtbarsten Spuren sei- wünschen wir, Bischof Alois Kothgas- in große Fußstapfen treten, folgte nes Tiroler Wirkens zählen sicher die ser viel Segen, Freude und Glück für er doch dem allseits bekannten und in seiner Zeit neu errichteten Pfarr- die Zeit seiner Pension, Zeit für viele überaus beliebten Bischof Reinhold zentren in Innsbruck-Kranebitten und Dinge, die in den letzten Jahren wohl Stecher nach. So manche warteten in Telfs-Schlichtling. Die dortige Pfarr- zu kurz gekommen sein dürften! Und gespannt, wie denn der Neue so sein kirche wurde dem Hl. Geist geweiht, wer weiß, vielleicht führt ihn eine würde, ob er an Bischof Stecher he- den Bischof Alois immer wieder ins Wanderung einmal wieder in seine ranreichen würde, welche Schwer- Spiel brachte. Zu mir sagte er ein- alte Diözese an den Inn! punkte er setzen würde. Unvergessen mal: „Tu‘ fest zum Hl. Geist beten und bleibt mir das Bild in Erinnerung, mit schau, was d‘raus wird!" Mag. theol. Michael Oberforcher, PORG Volders 2000 Pius Amprosi, Büroangestellter (MJ LSI Dr. Reinhold Wöll (MJ 1965), Dr. Friederike Gösweiner, Tochter von 1979), Dr. iur. Mag. theol. Martin Landesleiter des Tiroler JRK, zum OSTR Prof. i. R. Mag. Willibald Kos (MJ 1979), Maler Prof. i. R. Mag. Bundesehrenzeichen für außeror- Gösweiner (i. P. 1983-2009), zum Gerald Kurdoglu Nitsche (MJ 1960) dentliche Verdienste um das Tiroler Erhalt des Preises für wissenschaft- und Johann Zauner, VS-Dir. (MJ liche Forschung der Stadt Innsbruck 1969) für ihre Verdienste als ehren-amtliche Mitarbeiter durch das Tiroler Mag. et Dr. rer. nat. Georg Göbel (MJ BM o. Univ.-Prof. Dr. Karlheinz 1984) zur Habilitation im Fach Medi- Töchterle, Festredner am Pauliner- zinische Statistik und Informations- tag 2011, zur erstmals in Österreich Sr. Clarina (Maria) Mätzler, Schwe- verarbeitung an der Medizinischen vergebenen Auszeichnung „Redner ster von Ignaz Mätzler (MJ 1954), Universität Innsbruck zum Ehrenzeichen des Landes Tirol vollversammlung des VINZENTINERvereins
Der Einladung des Vinzentinervereins
folgend begab sich Obmann Wolfgang Förg-Rob gemeinsam mit mir am 26. Feber 2012 ins Vinzentinum nach Brixen, um der Vereinsvollversammlung mit Vorstandswahlen beizuwohnen. Direktor Christoph Stragenegg begrüßte uns herzlich und freute sich, dass wir gekommen waren. Für unseren Obmann war es überhaupt der erste Besuch im Vin- Die wieder gewählte
Präsidentin Ingvild
Unterpertinger mit
Pünktlich begann die Vollversammlung un- ter der Leitung der amtierenden Vereinsprä- antenprojekte etabliert. Im Anschluss an die sidentin Ingvild Unterpertinger, welche ihre sehr unterhaltsame Aufführung der moti-Funktionäre sogleich um die obligatorischen vierten jungen Schauspieler lud der Direktor Berichte bat. Diese wurden – gut vorbereitet zum gemeinsamen Abendessen ein, wo noch – vorgebracht und die Anwesenden erhielten in gemütlicher Atmosphäre geplaudert wurde ausführliche Informationen, welche Ziele in der abgelaufenen Vorstandsperiode verfolgt, wie vollständig sie erreicht und welche Mit-tel dafür eingesetzt wurden. Sehr detailliert wurde insbesondere über die Finanzgebarung berichtet.
Die anschließende Wahl des neuen Ver-einsvorstandes gestaltete sich unkompliziert: Einstimmig wurde die amtierende Präsidentin Die Feuerzangenbowle,
aufgeführt von
für eine weitere Periode in dieser Funktion ge- Maturant/inn/en des
wählt, die sie offenbar mit großem Engage- ment neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit und der Abend einen angenehmen Ausklang als Leiterin des Customer Service der Univer- sitäts-Bibliothek Bozen hervorragend besetzt. Im Namen des Paulinervereins bedanke Auch die anderen Funktionäre des Vorstands ich mich herzlich bei den Vinzentinern für die wurden für eine weitere Periode bestätigt. Einladung und freue mich, dass die Verbun-Es gab außerdem einen Neuzugang im Vor- denheit unserer beiden Absolventenvereine stand durch einen sehr jungen Absolventen auf diese Weise immer wieder des Vinzentinums, was alle Anwesenden sehr aufgefrischt wird.
begrüßten. Dies bestätigte die Ambitionen der Vinzentiner, ihren Vereinsvorstand konse- Robert Höfner, MJ 1988 quent zu verjüngen.
Nach dem gemeinsamen Gaudeamus Igi- Auch die Vinzentiner sind tur begaben wir uns in den Parzivalsaal, wo inzwischen online: „Climbing Free: die Bühne für das von einigen Maturanten einstudierte Theaterstück Die Feuerzan-
genbowle
bereitstand. Die schauspielerische
ISBN-10: 3-49240-402-0 . für die Sommer Darbietung hat sich im Vinzentinum mittler- weile anstatt des klassischen Maturaballs als Malik National Geogr In den steilsten Wänden der Welt" fester Bestandteil der obligatorischen Matur- Lynn Hill, Greg Child, Heik der „vergessene" ENGEL von kroatien –
die innsbruckerin diana oBExER
Im Zweiten Weltkrieg war das damalige Kö- dern umging, reagierte sie blitzschnell. Sie nigreich Jugoslawien von den deutschen sammelte Freunde und Helfer um sich und es Truppen besetzt. Unter ihrem Schutz hat gelang ihr, oft gegen den Widerstand der Usta- eine faschistische Partei (ge- scha-Behörden und der Lagerleitung, aber mit nannt „Ustascha") in Kroa- Hilfe deutscher einsichtiger Soldaten im Laufe tien die Macht ergriffen. Nach von zwei Jahren tausende Kinder aus den KZs nationalsozialistischem Vor- zu befreien und in Heimen oder Privatfami- bild sollte Kroatien von allen lien unterzubringen. Dabei riskierte sie, mit „volksfremden Elementen be- ihrer Familie ebenfalls in die Mühlen der fa- freit werden". Damals machte schistischen Soldateska zu geraten. Tatsäch-die serbische Minderheit in lich sind einige ihrer Helfer bei dieser großar-Kroatien etwa ein Viertel der tigen Rettungsaktion ums Leben gekommen. Gesamtbevölkerung aus. Die- Gleichzeitig mit der Evakuierung der Kinder se Serben sollten nach dem legte sie eine Namens- und Aufenthaltskartei Parteiprogramm zu einem an, mit deren Hilfe sie den aus dem „Reich" Drittel aus dem Land vertrie- zurückkehrenden Eltern signalisieren konnte, ben, zu einem weiteren Drittel zwangsweise wo ihre Kinder untergebracht sind. Außerdem katholisch gemacht und der Rest kurzerhand sammelte sie Lebensmittel, Kleider und Medi-umgebracht werden.
kamente für die Serben in den Lagern, aber Dieses Parteiprogramm wurde beinhart auch Gelder, um den zurückkehrenden Eltern durchgezogen. Dabei kam es zu furchtbaren beim Wiederaufbau eines neuen Lebens hel-Gräueltaten. Die Serben wurden nach natio- fen zu können.
nalsozialistischem Muster in eilig errichteten Erst 1972 kehrte sie mit ihrer Familie nach KZs eingewiesen und in der Innsbruck zurück. Von ihrer beispielhaften Folge die arbeitsfähigen Män- und in der Geschichte des Zweiten Welt- ner und Frauen dem Deut- krieges einzigartigen Rettungsaktion erzählte schen Reich als Zwangsar- sie nicht einmal ihren engsten Verwandten in beiter zugeführt. Nur mit den Innsbruck. Kein Wunder, dass sie und ihre Le-ebenfalls in den KZs zurück- bensleistung in Innsbruck bis heute faktisch gebliebenen Kindern wusste unbekannt sind.
man nichts anzufangen. Sie vegetierten vernachlässigt, Kürzlich hat im Canisianum in Innsbruck eine hungernd, krank dahin, bis Gedenkveranstaltung stattgefunden, in der sie starben. Viele wurden er- der großartige Rettungseinsatz dieser Frau tränkt oder sonst wie beiseite aufgearbeitet und vorgestellt wurde.
geschafft. Von diesen grauen- Vielleicht kann diese Veranstaltung ein An- vollen Zuständen erfuhr die lass dafür sein, dass für diese Frau auch in Innsbruckerin Diana Obexer. ihrer Heimatstadt ein sichtbares Zeichen ge-Sie hatte als Krankenschwe- setzt wird. ster an der Universität Inns- bruck den serbischen Arzt Dr. Julije Budisav- Paul Ladurner, MJ 1956 ljevic kennengelernt, geheiratet und war mit ihm 1919 nach Zagreb übersiedelt. Auf die Schreckensnachricht, wie man mit den Kin- im spannungsfeld von GLAUBENs
hEIMAT und fremde
Ein persönlicher Rückblick auf vier Jahrzehnte Zweimal jährlich, jeweils am er- Als mich Timo gebeten hat, etwas gewichtes und Kreislaufes bestimmt sten Herz-Jesu-Freitag im Mari- über meinen berufliche Tätigkeit unser Leben. Im Rahmen der Alte- enmonat Mai und Oktober, trifft sich zu schreiben, da habe ich mir ge- rung und durch Umwelteinflüsse kann eine Gruppe meines Jahrgangs im dacht: Vieles davon ist schnell erzählt dieses Gleichgewicht gestört werden Stift Stams zum Gebet und Zusam- und kann mit dem Motto meines De- und manche Zellen (v. a. Stamm- mensein. Das letzte Treffen war am partments „Working for Women, Wor- zellen) beginnen, ein Eigenleben zu 4. Mai 2012, also seit 2002 zum 22. king Against Cancer" leicht zusam- führen, und reagieren nicht mehr auf Mal. Wir alle sind – die Priester im mengefasst werden.
die Bedürfnisse des Gesamtorganis- übertragenen Sinn – Großväter bzw. Im Prinzip habe ich zwei Berufe mus. Diese Zellen bezeichnen wir als Urgroßväter.
– die Behandlung von frauenspe- Unser Gebetsanliegen – wir beten zifischen Tumoren und die wissen- In den vergangenen zehn Jahren jeweils einen Rosenkranz in der Haus- schaftliche Forschung im Bereich haben wir zunehmend erkannt, dass kapelle des Stiftes – ist die Weiterga- Epigenetik. Für beides habe ich eine eine Dysregulation des Epigenoms, be des Glaubens, sowohl über unsere große Leidenschaft und Begeisterung, welches auch als das „Gedächtnis der Kinder als auch über das Paulinum.
deren Wurzeln in meiner Kindheit und Zellen" bezeichnet wird, in der Ent- Acht aus unserer Klasse sind uns Jugend liegen.
stehung dieser Krebszellen eine be- schon voraus gegangen. Wir waren sondere Rolle einnimmt. Diese epige- 21 Interne und hatten 8 Priesterberu- Der Mensch besteht aus Milliarden netischen Veränderungen blockieren fene. Bei den Gebetstreffen kommen von Zellen. Das unabhängige Funk- die Aktivierung von Genen, welche manchmal über 10, manchmal weni- tionieren und das Zusammenspiel für das regelmäßige Absterben dieser ger zusammen.
dieser Zellen untereinander ist das Zellen zuständig sind.
alles Entscheidende. Bis auf ganz we- Gerhard (Gert) Schlegel, MJ 1949 nige Ausnahmen, sterben in regelmä- Die Komplexizität, mit der die Natur ßigem Abstand Zellen ab und werden arbeitet, ist für mich absolut faszi- Gebetsrunde vom
wieder durch Zellen aus einem Pool nierend. Im Laufe meines Lebens hat 7. Oktober 2011 vor
dem Grab unseres
von Stammzellen erneuert.
für mich eine personifizierte Gottheit Klassenkameraden Josef
Das Funktionieren dieses Gleich- immer mehr an Bedeutung verloren Maria Köll, vormals Abt
von Stams.
von links: Gert Schlegel
Gilbert Haslwandter
(Lehrer i. R.), Friedl
Mitterer (OLGR i. R.),
Linde Schlegel, Franz
Heidegger (VS-Dir. i. R.),
P. Magnus Lochbihler
OSB (Missionar in
Ein Textbrevier" Tansania), Bertram
präsident i. R.), Leni
Jäger, Prälat Gotthard
Egger (vormals Probst,
ISBN-10: 3-7867-8583-5 . für die Sommer „Edith Stein – Aus der Tiefe leben: Martin im University College
und die Natur als meine Ur-Heimat an Bedeutung gewonnen. Wesentliche Teile dieses Wandels haben sich bei mir bereits während der acht Jahre in Paulinum angebahnt.
Die Möglichkeit, der Enge des Internats durch tägliche Schiausflü-ge (ab meinem 14. Lebensjahr) auf das Kellerjoch oder durch „Radelaus- flüge" zu entkommen und dort am Berg meinen Gedanken nachzuhän- aufgewachsen in Rotholz gen, war absolut essentiell für mei-nen Werdegang. – Ich bin meinen ältestes von acht Geschwistern Präfekten auch im Nachhinein immer Besuch der VS in Jenbach noch außerordentlich dankbar für die- 1986 Matura am Paulinum se Großzügigkeit und ihr Vertrauen! Medizinstudium (Promotion 1992) und Facharztausbildung für Gynäkologie und Geburts- hilfe an der Universität Innsbruck Wenn ich auf die letzten 40 Jahre zu- 1999 Habilitation zum Thema „Die Rolle der Epigenetik frauenspezifischer Tumore" rückblicke – was war entscheidend 2001-2002 am Norris Comprehensive Cancer Center in Los Angeles, USA für meinen Werdegang: 2002-2005 Leitung des Tiroler Brustzentrums an der Medizinischen Universität Innsbruck (1) Das unbändige Interes-
2005 Berufung ans University College London (UCL) – Zusatzausbildung für Gynäko- se an der Natur und am Menschen, welches ich durch meine Mutter aber seit 2009 UCL Professor for Women's Cancer auch durch meine früheren Lehrer, seit 2011 Leitung des UCL Departments for Women's Cancer mit etwa 50 Mitarbeiter/ wie dem Friedl Diem, mitbekommen inne/n in sechs Forschungsgruppen habe. (Ich kann mich noch genau an Zahlreiche internationale Veröffentlichungen (>150) und Präsentationen in internationa- den Moment erinnern, als Friedl die Struktur der DNA und RNA erklärte, len Fachkongressen, Gutachter für zahlreiche internationale Journale und Funding Bodies. und wie der Bernhard Schöpf – ein Über 20 internationale Auszeichnungen (u. a. den Alois Sonnleitner Preis der Österreichi- außerordentlich schlauer Mitschüler – schen Akademie der Wissenschaften, den Schmidt Matthiesen Preis der Deutschen Gesell- das als Erster von uns Siebtklasslern schaft für Gynäkologie, Higher Education Funding Council for England Senior Lectureship) verheiratet (seit 2002) (2) Das Interesse am Nicht-
Offensichtlichen – in England würde Hobbies: Schifahren, Laufen, Wissenschaft man auch sagen: eine Passsion zum „thinking outside the box". Vieles in unseren Bildungs- und gesellschaft-lichen Systemen sowie den (vor allem neuen) Medien hat die Absicht, die Gesellschaft zu „streamlinen". Die Diversität und Heterogenität in un-serer Gesellschaft wird mehr und mehr verdrängt, die Buntheit durch ein Schwarz-Weiß-Denken verdrängt. Der Humus unserer Gesellschaft, das Anderssein, wird mehr und mehr un-terdrückt – aus meiner Sicht eine ka-tastrophale Fehlentwicklung! Martin Widschwendter (sitzend 6. v. r.) im Kreise
seines UCL Women's Cancer Department mit Mitgliedern aus allen fünf Kontinenten.
(3) Das Zulassen von Unsicher-
heit und die Abwesenheit von Zu- Österreich abgelehnt wurde, 2 Mio. und Vater und dem Leben in England? kunftsängsten. Hätte ich begonnen USD an Förderung bekommen.) Ka- Hannah (6 Jahre) ist in England ge- in jungen Jahren in Tirol ein Haus zu lifornien war eines unserer Schlüssel- boren und kennt Österreich und Tirol bauen und eine Frau geheiratet, für erlebnisse, welches uns Dank Freund- nur von unseren Urlauben. Julian (9 die Tirol als Heimat die einzige Mög- schaften gelehrt hat, Aufbrüche und Jahre) hängt immer noch sehr an Ti- lichkeit dargestellt hätte – ich wäre Neubeginne als positive Lebensberei- rol, obwohl er mit 2½ Jahren das Mie- nicht zu dem geworden, was ich heu- cherung zu erfahren.
minger Plateau verlassen hat. Beide te bin. Österreich – und insbesondere sind dem Englischen Schulsystem, Tirol – ist ein Land in dem das Bedürf- London ist eine riesige Ansammlung welches uns Eltern manchmal sehr nis nach absoluter Sicherheit und un- von Heimatlosen und Heimatsuchen- befremdlich ist, anvertraut. Beide – verrückbarer Tradition extrem wichtig den. In London lernt man Demut und und das ist für meine Frau und mich ist. Meine Frau, welche selber aus ei- wird täglich herausgefordert, mit besonders wichtig – wachsen vorur- ner sehr traditionellen Tiroler Bauern- den eigenen Schwächen und Unzu- teilsfrei auf und gehen auf andere familie kommt, hat mich gelehrt, wie länglichkeiten zurecht zu kommen Kinder mit einer Sensibilität zu, die wichtig es ist, das vertraute Ufer zu und diese auch als Teil seiner Person man nur bekommt, wenn man dem verlassen und sich auf die unsichere anzunehmen. In London kann man Spannungsfeld unterschiedlicher Kul-Weite des Meeres einzulassen, um aber auch große Dinge bewegen. Das turen und Sprachen ausgesetzt ist.
die Würze und Essenz des Lebens voll Spannungsfeld zwischen den unter-auskosten zu können.
schiedlichen Kulturen und Sprachen Ich bin mir sicher, mein Weg wäre Fehlentscheidungen und elektrifiziert und hält einen immer auf in eine vollkommen andere Richtung Sackgassen sind wesentlich besse- den Beinen. Die Anonymität ist be- verlaufen, hätte ich meine Frau nicht re Wegweiser als der Erfolg. Mein freiend, die Unruhe der Stadt belebt kennengelernt. So sind die zwischen-Bestreben einen der begehrten For- und ist enorm anstrengend zugleich. menschlichen Begegnungen, im posi- schungspreise in Österreich – den Die Konzentration der international tiven wie im negativen Sinn, im Laufe führenden Universitäten (UCL, Im- eines Werdegangs immer die Schlüs- perial College, Oxford, Cambridge) sel zur Weiterentwicklung der eige-auf wenigen Quadratkilometern heizt nen Persönlichkeit.
den Kampf um Forschungsgelder Das Leben ist einzigartig in viel-massiv an. Die Tatsache, dass un- facher Hinsicht: Es liegt an jedem ser Cancer-Centre ein Einzugsgebiet einzelnen, das eigene Potenzial zu er-von der Größe halb Österreichs hat, kennen und über sich hinauszuwach-erlaubt es uns – vor allem durch die sen – mit einem lateinischen und dadurch entstandene massive Erfah- einem griechischen Spruch im Hinter- rung und Expertise – eine absolute kopf: „Nocipe diem" und „Panta rhei".
Top-Qualität für Patientinnen in de-ren medizinischen Betreuung anzu- Martin Widschwendter, MJ 1986 bieten und viele der onkologischen Eingriffe, welche früher über einen riesigen Bauchschnitt durchgeführt wurden und Patientinnen zwei bis drei Wochen Spitalsaufenthalt ko- Martin im Operationssaal
steten, werden jetzt bei uns mittels „Schlüsselloch-Chirurgie" behandelt: so genannten „Start-Preis" – zu be- Die Patientinnen können am zweiten Die weibliche und kommen, war nie mit Erfolg gekrönt. Tag nach der Operation vollkommen Hätte ich diesen Preis bekommen, beschwerdefrei entlassen werden.
ISBN-10: 3-70150-541-1 . für die Sommer wären wir nie nach Kalifornien ge- Eine Frage des Geschlechts – gangen. (Dort haben wir übrigens Was sagen meine Frau und meine die männliche Seite der Medizin" dann für dasselbe Projekt, welches in Kinder zu ihrem umtriebigen Partner FRAUENwelten „DEZ"
Neben der Friseurin gilt die Ver- Mein Blick auf die Vielschichtigkeit
käuferin als typischer Frauen- dieser „Frauenwelten" ist der eines beruf. Fähigkeiten wie Kommunika- Seelsorgers, der seit 10 Jahren mit- tion und Einfühlung sind hier sehr ten im Shoppingtreiben tätig ist. Ger- Arbeitssituation an der Kassa
hilfreich. Allerdings sind Entlohnung ne bringe ich für das Pauliner Forum und Ansehen nicht besonders hoch. dazu einige Beobachtungen und Ge- „Danke" über die Lippen bringen, Im Einkaufszentrum DEZ arbeiten in danken zu Papier. wenn mit Waren achtlos umgegangen Dienstleistung und Verkauf etwa 1200 wird. Wenn jemand zuerst drängelt Angestellte. 80 % davon sind Frauen, Was die Frauen belastet sind nicht und dann während des Kassier-Vor-von denen wieder ein Großteil in Teil- nur Umsatzvorgaben und Umsatzer- ganges sowohl die Verkäuferin wie zeit beschäftigt ist. Obwohl auch hier wartungen von Geschäftsleitungen, die Schlange hinter sich wegen eines immer mehr Flexibilität bzgl. Arbeits- sondern der Druck, der von Kunden Anrufes am Handy ignoriert. Wenn zeit verlangt wird, ist Teilzeit eine und Kundinnen ausgeht. Sie erleben man von Kunden von oben herab und Hilfe, die Einkommen schaffende Er- tagtäglich ungeduldiges Drängeln, wie eine Sklavin behandelt und mit werbsarbeit mit der Familienarbeit zu Rücksichtslosigkeit und üble Laune. abwertenden Worten bedacht wird. vereinbaren. Und viele Frauen sind Sie leiden darunter, wenn Kunden Das muss man erst lernen, zu ver-darin reinste Künstler! keinen Gruß, kein „Bitte" und kein dauen und nicht als Ärger mit nach Einladung und Ermutigung zur bewerbung um den dr.-REINhoLD-sTEchER-stiftungspreis 2012
Nach Maßgabe der derzeitigen ner, die/der am Paulinum maturiert muss ihre/seine volle Identität, also
Stiftungsmittel wird der zur Ver- hat bzw. eingetragenes Mitglied des Name, Beruf und Adresse angeben. teilung stehende Stiftungspreis wie- Vereins ist. Das Bewerbungsschrei- Der Paulinerverein und der Vorstand der im Wert von etwa 5.000,00 Euro ben muss alle jene Kriterien enthal- der Dr.-Reinhold-Stecher-Stiftung er- dotiert sein. Er wird verliehen für Ak- ten, die es dem Stiftungsvorstand er- mutigen somit alle Paulinerinnen und tivitäten, die von Paulinerinnen und möglichen nachzuvollziehen, ob und Pauliner, sich mit innovativen Ideen Paulinern im In- und Ausland in religi- inwiefern es sich bei dem vorgestell- und Engagement an dem Wettbewerb öser, sozialer und kultureller Hinsicht ten Projekt um ein solches im Sinne zu beteiligen. Selbstverständlich kann ins Leben gerufen oder zumindest der Satzungen handelt. Insbesondere auch eine Personengruppe (Komitee) mitgetragen werden.
muss aufgezeigt werden, inwiefern es ein Bewerbungsschreiben einreichen, Bewerbungen müssen bis spä-
religiösen, sozialen oder kulturellen falls die Realisierung des ins Auge testens 31. August 2012 einge-
Zwecken dient und ob das Projekt im gefassten Projektes dadurch leichter reicht werden und sind an den Ge- Inland oder im Ausland realisiert wer- erreicht werden kann. Auch jene/r schäftsführer der Stiftung, Herrn Dr. den soll.
Bewerber/innen, die/der die letzten Raimund Hirschberger, derzeitiger
Der Zusammenhang zwischen dem Male nicht berücksichtigt werden Kassier des Paulinervereins, unter Projekt und der betreffenden Pauline- konnten, sind herzlich eingeladen, dessen Anschrift 6134 Vomp, Pir-
rin bzw. dem betreffenden Pauliner sich erneut zu bewerben.
chat 35a zu richten.
als Initiatoren oder Förderer muss Dr. Wolfgang Förg-Rob, Bewerben um diesen Preis kann klar aus dem Bewerbungsschreiben Dr. Raimund Hirschberger, sich jede Paulinerin und jeder Pauli- hervorgehen. Die/Der Bewerber/in Hause zu nehmen. Und trotz allem freundlich Eine Szene werde ich nie vergessen: Das bleiben! – Sie haben meine Bewunderung, die Lehrmädchen bringt dem gelähmten Roll-Frauen an der Supermarktkassa, die auch am stuhlfahrer den bestellten Capuccino, zuckert, Samstag spät nachmittags noch unvermindert rührt um, führt ihm die Tasse zum Mund, gibt freundlich mit jedem Kunden sind. Sie geben ihm zu trinken. Dann ebenso das Wasserglas. Belastungen und Beleidigungen, denen sie im Geduldig, freundlich, liebevoll. Bei vollem Ge-Lauf des Tages ausgesetzt waren, nicht wei- schäft. Hier wird auf sehr berührende und ein- ter. Damit unterbrechen sie eine Negativspira- drucksvolle Weise das Evangelium Jesu gelebt le, die sonst oft leicht und unbedacht in Gang und verkündet. Ohne große Worte. Natürlich kommt. Das ist eine wirklich große mentale strahlt die junge Frau übers ganze Gesicht, Leistung! Das ist ein oft nicht gesehener und als ich ihr später – bewusst in Gegenwart von nicht gewürdigter, aber enorm wichtiger Bei- Chefin und Kollegin – ein wertschätzendes trag zu einem positiven Klima, ich möchte Feedback gebe. Und ich denke mir: Wir brau- Dr.-Reinhold-Stecher-
sagen: zu einer gesellschaftlichen Psychohy- chen Christus nicht erst ins Einkaufszentrum Verleihung 2003 an
zu bringen – Er ist schon da. Oft unerkannt, Gebhard Ringler
(2. von links)
Eine moderne Computerkasse „weiß" heu- mitten unter den Menschen.
te genau, wie viele Personen einen Shop be- Auch jenseits des direkten Geschäftsbe- treten haben, setzt diese Zahl in Beziehung zu triebes entdecke ich gelebtes Evangelium: den getätigten Zahlungsvorgängen und ordnet Etwa wenn jemand nach der Trennung vom diese wiederum den einzelnen Verkäuferinnen Partner vorübergehend bei einer Freundin zu. Am Ende des Tages ist auf Knopfdruck unterkommt, und just einen Tag nach dem eine (fast) perfekte Computerkontrolle mög- Beziehen der lang ersehnten eigenen Gar- lich: Wie viele Kunden, wie viele Verkäufe, wie conniere wieder eine andere viel Umsatz für jede einzelne Verkäuferin. Nur Freundin in der gleichen pre-eines fehlt in der Computerliste: das Lächeln, kären Situation, trotz der be- der freundliche Blick, das nette Wort, die engten räumlichen Situation, aufmerksame Beratung, das offene Ohr, die bei sich aufnimmt. Respekt! Zeit, die den Kunden geschenkt wurde. Wie Spontan denke ich an: „Was wohltuend, wenn dann eine Filialleiterin auch ihr den Geringsten getan habt diese Werte sieht und anerkennt! Das schafft … das habt ihr mir getan!" positive Atmosphäre, neutralisiert den (vom Als wir vor 10 Jahren mit ISBN-10: 3701732450 Computer forcierten) Druck und Wettbewerb unserer ökumenischen Seel- . für die Sommer „Madame Strindberg oder und nimmt die Angst, bei nächster Gelegen- sorgeinitiative „Der Brunnen" ISBN-13: 978-3701732456 Die Faszination der Boheme" heit „abgebaut" zu werden, sobald die Zahlen im DEZ begonnen haben, unter den Erwartungen liegen.
fragte mich eine Verkäuferin, DER BRUNNEN
Umfeld der Seelsorgeinitiative
Ökumenische Seelsorge im DEZ seit 10 Jahren
Mo bis Fr 10-19 Uhr Für alle Menschen – unabhängig von Alter, Religionszugehörigkeit und Sie finden bei uns einen Raum der Stille für Besinnung und Gebet und die Gelegenheit, über das zu reden, was sie bewegt. Die Gesprächspartner/ innen sind erfahrene und ausgebildete Berater/innen und Seelsorger/innen. Sie schweigen über alles, was ihnen anvertraut wird. Die Gespräche sind kostenlos. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.
es eigentlich längst genug sei. Oft bat Römisch-katholische und evangelische Kirche in Zusammenarbeit sie mich um ein fürbittendes Gebet, weil Gott auf mich bestimmt besser mit dem DEZ-Einkaufszentrum hören würde, als auf sie – die unwür- Auszeichnungen für den „Brunnen"
dige Geschiedene. Und vor kurzem Zukunftspreis der evangelischen Kirche Salzburg-Tirol 2000 meinte sie dankbar: „Ich wüsste Diakoniepreis der evangelischen Kirche Österreichs 2002 nicht, wie ich die letzten Jahre über- standen hätte, ohne die Gespräche bei Euch, ohne Eure Hilfe." „Der Brunnen" wird pro Jahr von über 6000 Menschen besucht. Sei es für ein kurzes Das sind einige Blitzlichter von Auftanken, eine Auszeit im Raum der Stille oder für ein persönliches Gespräch.
unserem pastoralen Dienst im Ein- Zwischen 6 und 10 Personen täglich besprechen ihre Fragen und Anliegen in einem kaufszentrum. Aus dem gewachsenen beratenden oder seelsorgerlichen Gespräch. Über 40 % davon sind Männer.
Vertrauen kommen dann auch Anfra- Unsere Ehrenamtlichen (insgesamt etwa 30 Lebensberater, Coaches, Psychologen, gen um rituelle Begleitungen: um Psychotherapeuten, Seelsorger, Priester) leisten jährlich über 3000 Stunden eine Wiederaufnahme in die Kirche, um die Begleitung am Grab eines aus der Kirche ausgetretenen Verwandten oder Freundes, um die Taufe eines Kindes, um eine Trauung oder um die Segnung einer Partnerschaft, wenn eine kirchliche Hochzeit nicht möglich ist.
Und wir freuen uns natürlich über wer wir seien und was wir hier mach- delten, äußerte sie die Hoffnung, wir Rückmeldungen wie: ten. Ich versuchte zu erklären. Da- möchten wieder in der Nähe ihres „Es ist so gut, dass es Euch gibt. rauf meinte sie mit Nachdruck: „Was? Shops sein. Mittlerweile hatte die al- Danke, dass Ihr Euch um uns so küm- Die Kirche? Das ist wohl das Letzte, leinerziehende Mutter von drei Kin- was wir hier brauchen!" Im Lauf der dern weitere schwierige Situationen „Ihr seid so wertvoll in diesem Zeit lernte sie jedoch die Möglich- zu bewältigen: auch die Söhne ka- Haus. Eure positive Ausstrahlung ist keit zu schätzen, mit Brunnen-Mit- men in die Pubertät, Spannungen mit spürbar und tut so gut. Ich würde je- arbeiterinnen und -Mitarbeitern über dem neuen Lebenspartner, schwere dem Einkaufszentrum einen Brunnen die Konflikte mit der pubertierenden Erkrankungen in der Verwandtschaft wünschen."Tochter oder mit schwierigen Kunden und schließlich der Tod ihrer Mutter. „So stelle ich mir Kirche vor: ein-zu reden. Als wir vor Jahren infolge So manches Mal fragte sie sich und fach da sein und nicht urteilen."des Umbaus im Einkaufszentrum an mich, was Gott ihr denn noch alles unseren jetzigen Standort übersie- auferlegen wolle, und empfand, dass Gebhard Ringler, MJ 1970 MANNsBILDER
männer- und burschenberatungAls die Männerberatung 1996 mit lichkeit als wertvoll erleben, und wir lich zu gelten hat, können angstfrei ihrem Beratungsbetrieb begon- sprechen konsequenterweise auch hinterfragt werden.
nen hatte, wurden uns allen bald die Schattenseiten wie überfordernde Abschließen möchte ich mit einem klar, wir kommen um die Burschen/ Aggression, Abwertung und Gewalt Zitat aus A. Guggenbühl, „Kleine Ma- Jungs nicht herum. Allein der Begriff chos in der Krise", Herder 2006; Sei- „Bursch" verursachte bereits Diskus- Männer und Frauen arbeiten oft in te 15: sion, da in der einschlägigen Literatur verschiedenen Kontexten mit männ- „[…] Leider wurde Gleichberech- meist der Begriff „Jungenarbeit" ver- lichen Jugendlichen. Gerade Frauen tigung und Chancengleichheit lange wendet wird.
erbringen hier wertvolle – oft nicht Zeit mit Gleichheit verwechselt. Die Der Begriff „Bursch" ist in Tirol bedankte – Leistungen. Burschenar- Gleichberechtigung der Geschlechter durchaus gebräuchlich und für uns beit verstehen die Mannsbilder nicht ist ein wichtiges Anliegen, doch des-schwingt in diesem Begriff Kraft, als Konkurrenz, sondern als Ergän- wegen a priori von der Gleichheit der Nähe, Wertschätzung und Kontakt zung zu diesen Arbeitsfeldern. Bur- Geschlechter auszugehen, ist nicht schenarbeit in unserem Sinne ist haltbar. Inzwischen wird vor allem Burschenarbeit verstehen wir als Männersache. Burschen brauchen in der angelsächsischen Gender-For-die geschlechtsbezogene Arbeit von die gleichgeschlechtliche Auseinan- schung erkannt, dass Geschlechts- erwachsenen Männern mit den „Bur- dersetzung mit erwachsenen Män- eigenschaften nicht nur das Produkt schen". Mit der Burschenarbeit wollen nern. Sie sprechen eine gemeinsame von Sozialisation sind. Es gibt weib- wir männliche Jugendliche in ihrem Sprache – und doch liegt genau darin liche und männliche Eigenschaften, Mannwerden unterstützen. Sie dür- eine Herausforderung. Wie bringe ich die auf den Einfluss der Gene und fen und sollen gerne Bursch sein und Mannsein zur Sprache? Es geht um Hormone zurückzuführen sind und Mann werden! eine gemeinsame/dialogische Aus- nicht von Gesellschaften produziert Der Austausch mit erwachsenen einandersetzung mit dem Mannsein, werden. Wie die Neurologie und Psy-Männern und unter Burschen soll ob als Jugendlicher oder erwachsener chologie feststellt und die Medizin Möglichkeiten schaffen, sich selbst Mann.
schon lange betont, gibt es Unter- zu spüren, eigene Wege und Ideen in Burschen sind auf der Suche nach schiede zwischen den Geschlechtern. Kontakt mit anderen zu finden.
realen Männern, denn ihre Welt ist [.]" Die Burschen sollen ihre Männ- voll gestellt mit virtuellen Männerbil- Und somit eine bleibende Heraus- dern, die vorgeben, wie Männer und forderung auch in der Männerbera-Burschen zu sein haben.
Wir möchten Burschen Mut ma- Konrad Junker, MJ 1980 … und vergesst die Jugend nicht! chen, die Vielseitigkeit ihres Mann-werdens zu entdecken und zur Spra- Wir bezeichnen als „Jüngling" einen che zu bringen.
Auch wir als „Männerberater" „noch nicht ganz erwachsenen jungen zeigen diese Vielseitigkeit: „Ich bin Mann" (oder einen, der sich so gibt). als Mann stark, mutig, kompetent, Oh Wunder, im Althochdeutschen ängstlich, unterlegen, traurig, unter- bezeichnete man diese als „jungaling".
nehmungslustig, ." Und aus der „juncfrouwa" wurde Die üblichen Klischees, wie Männer im Laufe der Zeit die „Jungfrau" – . für die Sommer zu sein haben, werden erweitert und ISBN: 978-3-423-24900-3 allerdings ehemals im Sinne von ergänzt. So entstehen neue Männer- „junge Herrin".
bilder und einengende Bewertungen und Zuschreibungen, was als männ- „Leuchtfeuer – Meines Bruders Hüter" es war im herbst Entwicklung der Schülerinnen-Anzahl am Paulinum
… als ich zusammen mit 19 anderen jungen Damen meine ersten Schultage im Paulinum absolvierte. Dies fand insofern eine (auch mediale) Beachtung, da wir die ersten SchülerINNEN waren, die aufgenommen wurden. Manchmal bekomme ich noch heute zu hören: „Ach ja, ihr wart ja damals die ersten Mädchen im Paulinum!" und „Ist das schon so lange her, dass zum ersten Mal Mädchen aufgenommen wur- den?" Ja, tatsächlich, seit 24 Jahren gibt es gemischte Klassen und wir waren sozusagen die Vorreiterinnen. Das weibliche Geschlecht hatte Ein-zug gehalten in die altehrwürdigen Mauern und war drauf und dran das Paulinum zu erobern. Ob das damals wohl jedem recht war? Nun, rückblickend betrachtet, war die plötzliche Anwesenheit von zwan-zig zehnjährigen Mädchen wohl doch eine Herausforderung, nicht nur von Entwicklung der Schüler-Anzahl am Paulinum
der Gestaltung des Unterrichts her, sondern auch im Hinblick auf die bis dato rein „männliche Ausstattung" der Schule. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass es beispiels- weise jahrelang nur ein WC für uns Mädchen gab. Auch im Turnunterricht mussten wir uns zum Umkleiden mit dem Geräteraum begnügen, während Die angeführten Darstellungen zeigen die Entwicklung der Anzahl junger Frauen und Männer am Paulinum ab dem Jahr vor der Öffnung der Schule für Mädchen. Die Daten wurden uns dankenswerter Weise von Dir. HR Dr. Bernhard Schretter (MJ 1968) zur der Charme der alten nicht durchlebt, dann wäre ich heute Gemäuer ewiglich in vermutlich nicht die, die ich bin. Aber, meinen Erinnerungen wie schon die Lateiner zu sagen pfleg-verankert. Der alte, ten: „Non scholae sed vitae discimus!"knarzende Holzboden, die hohen Fenster, aus Aus den zehnjährigen Mädchen wur-denen ich manchmal den im Laufe der Zeit junge Damen verträumt und so gar und die Balzversuche so mancher nicht dem Unterricht Pauliner sorgen noch heute für ein folgend die Landschaft Schmunzeln. Denn: Wir Mädchen betrachtete, die Säulen hatten damals definitiv die größere inmitten des Klassen- zimmers und – nicht zu Es war, glaube ich, in der vierten vergessen – die wun- Klasse, als unser damaliger Direktor derbaren, weißen Flü- HR Dr. Otto Larcher eines Tages einen geltüren. Mit einem ge- entsprechenden „Kleiderkodex" prä- Die „Erstklassler" des Schuljahres 1988/89 - man
beachte: den ersten Schülerinnen waren die vordersten
wissen Wehmut denke sentierte. Ich weiß nicht mehr genau, Reihen im Gruppenbild reserviert!
ich daran zurück, einer- ob wir uns immer alle daran hielten, unseren Klassenkameraden eine Gar- seits, weil ich mich in dieser räum- versucht haben wir es sicher! derobe zur Verfügung stand. Alles ja lichen Umgebung sehr wohl gefühlt Eine weitere wichtige Etappe war überhaupt nicht schlimm, aber hätte habe, andererseits, weil diese Erinne- der Wechsel in die Oberstufe, denn man damals auf die strikte Einhaltung rungen Teil meiner Lebensbiographie von nun an waren wir nicht mehr vorgeschriebener Standards beharrt sind und eine Zeit wieder lebendig die „kleinen Mädchen", sondern die (weil heutzutage geht offenbar nichts wird, die mich wesentlich geprägt „großen Mädchen". Schilager, Sport-mehr ohne Standardisierung), dann hat. Hätte ich so manche Auseinan- woche, Wienwoche, Parisfahrt – all hätte es wohl einige Minuspunkte dersetzung mit Mitschülern und Mit- diese Unternehmungen waren als gegeben. Nichtsdestotrotz hat sich schülerinnen oder auch Lehrpersonen „gemischte Variante" neu und ich denke, so manche Begleitperson war hier mit den eigenen pädagogischen Entwicklung der Gesamtschülerzahl am Paulinum
Grenzen konfrontiert und konnte mehr oder weniger wirkungsvoll so- ziale Kompetenzen zeigen. Es war ja alles irgendwie neu ….
Wie wir alle wissen, sind hormon- gesteuerte Mädchen und hormon- ISBN-10: 3-492-25796-8 . für die Sommer ISBN-13: 978-3492257961 „Liebesbriefe berühmter Frauen" „Ja, da kommt sie ja, die Elisabeth!" klemmende Gefühle wach.
Das Vorstellungsgespräch verlief Hofrat Kätzler, Direktor und Re- jedoch freundlich; HR Dr. Kätzler er- gens in Personalunion, wegen kundigte sich, ob ich denn nicht noch des traditionellen Paulinertages zu eine Dissertation schreiben wolle, und Christi Himmelfahrt in schwarzem Ta- teilte mir die ungefähre Stundenan- lar und lila Zingulum, empfing mich zahl mit, mit der ich im Herbst zu mit freundlichem Ton und väterlicher rechnen hätte. „Und dann lassen wir Geste im langen Gang, an dessen Sie noch ein bisschen in die Oberstu- Ende sich seine Kanzlei mit schweren, fe hineinschmecken", was bedeutete, dunklen Möbeln befand. Die Kombi- dass ich schließlich eine 5. Klasse in nation aus Schul- und Heimgeruch Deutsch und in Englisch bekam.
hatte sich seit meinen eigenen Pensi- So glatt wie dieses Vorstellungs- onatstagen unauslöschlich in meinem gespräch waren allerdings die voraus-Gedächtnis eingenistet und rief be- gegangenen Debatten rund um meine Anstellung nicht verlaufen.
Durch die Drimmel‘sche Schulre-form war der Fremdsprachenunter-richt ausgebaut worden und der ein-zige Englischlehrer am Paulinum, HR Dr. Otto Larcher, konnte die Klassen alleine nicht mehr abdecken. So be-riet man, wie mir berichtet wurde, in einer Konferenz über weitere Anstel-lungen. Die Auswahl zu jener Zeit war gering: Zu dritt hatten wir gerade das Studium abgeschlossen, ein Kollege ging nach Oberösterreich, der ande-re war Sozialist – und ich war EINE FRAU! Man entschied sich für das kleinere 1. R. v. links: Helmut Tschol, Josef Brutter, Klaus Zanon, Josef Bayer, Alois Klocker,
Um gerecht zu sein, muss ich aber Oskar Pohler, Elisabeth Thurner, Friedrich Köck
2. R. v. links: Erich Brandl, Edith Teichert, Josef Schretter, Leonhard Ferner, Hans
sagen, dass ich im Lehrkörper doch Skorpil, Walter Mair, Josef Wolsegger, Otto Larcher
3. R. v. links: Günther Sallaberger, Friedrich Thöni, Anton Mitterdorfer, Walter
großteils wohlwollend aufgenommen Knapp, Walter Wanitschek, Sigmund Attlmayr, Arno Schneider, Hans-Peter Müller
wurde. Alles Männer! Die meisten wa- gesteuerte Burschen sehr findig im ist sicherlich kein einfaches Unterfan- weibliche Geschlecht war jedenfalls Umgehen von Regeln. Trotz eines gen und nicht unbedingt ein Vergnü- ein wichtiger und richtiger Schritt ausgeklügelten Planes wie man die gen. Letztendlich haben wir alles gut für die Zukunft des Paulinums. Mehr Aufmerksamkeit der begleitenden überstanden (zumindest aus meiner denn je zeigt es sich in so vielen Be-Lehrpersonen beim abendlichen Sicht) und konnten nach Ablegung reichen unserer Gesellschaft, dass ein „Gute-Nacht-Sagen" NICHT erregt, der Reifeprüfung wohl vorbereitet in Nebeneinander auch ein Miteinander haben wir die Argusaugen mancher die Welt entlassen werden.
Professorinnen einfach unterschätzt. Ich hoffe, auch die Kirche findet Eine Klasse mit 25 pubertierenden Ob wir als die ersten Mädchen Spuren endlich den Mut dazu! Teenagern eine Woche lang zu ma- hinterlassen haben, kann ich nicht sa- nagen und unter Kontrolle zu halten gen. Die Öffnung der Schule für das Sylvia Leitinger, MJ 1996 ren schon etwas ältere Semester, mehrere da- nicht beurteilen. Hilfreich waren für mich je- von Kollar tragende Geistliche, von denen der denfalls die Erfahrungen mit den eigenen Kin-eine oder andere mir gegenüber zwar etwas dern; man lernt den Schulbetrieb von „der skeptisch war, insgesamt aber war mein Start anderen Seite" zu betrachten.
durchaus positiv. Besonders hilfreich waren Apropos Kinder: Nach dem ersten Unter-der spätere Direktor HR Dr. Otto Larcher und richtsjahr wurde ich zum ersten Mal schwan-mein väterlicher Freund Prof. Walter Wanit-schek, der angeblich in der 5. Klasse meinen ersten Auftritt mit folgenden Worten ankün-digte: „Burschen, jetzt kommt eine Frau, da müsst ihr höflich sein!" Selbstverständlich war ich anfangs mit allen Kollegen per „Sie".
Das Unterrichten war für mich zu einer zentralen Aufgabe in meinem Leben gewor-den. Ich nahm es sehr ernst, vielleicht an-fangs zu ernst, wie ich es aus heutiger Sicht empfinde – als Junglehrer/in versteckt man gerne seine Unsicherheit hinter strengem Durchziehen des Lehrplanes und Aufrechter-haltung der Disziplin. Natürlich überlegt man sich als 24-Jährige, wie man zum ersten Mal vor die Schüler tritt. Garderobesorgen plag- ger, und es war schon ein Problem für mich, Schulausflug ins
ten männliche Kollegen vermutlich wenig, ich wie ich diesen „Umstand" lange genug geheim Deutsche Museum,
aber stellte schon Überlegungen beispielswei- halten könnte und wie es mit meiner beruf- se über Rocklängen an und musste dabei die lichen Tätigkeit weitergehen sollte. Damals Tatsache, dass es damals in jeder Klasse ein standen einer Frau sechs Wochen vor und Podium für den Lehrer gab, einkalkulieren. sechs Wochen nach der Geburt Mutterschutz (Allerdings: Was damals „mini" war, ist heute zu, eine weitere Karrenzierung in meiner Po-„maxi"). Von der Verwaltung her machte man sition als Vertragslehrerin war nicht vorgese-sich keine Gedanken, ob nun mit einer Frau hen. Das hieß, dass ich sechs Wochen nach im Lehrkörper an der „Infrastruktur" etwas zu der Entbindung wieder in der Schule stand – ändern sei, und im schulischen Bereich gab es oft nach durchwachten Nächten und mit sehr auch Widerstand gegen den Versuch, – heute schlechtem Gewissen dem Kind gegenüber.
würde man sagen – gendergerechte Literatur Es war der Vater des heutigen Direktors, einzuführen. Ich aber – geprägt von einem pa- Prof. Dr. Josef Schretter, seines Zeichens Ad- triarchalisch-katholischen Background – fügte ministrator, der mir mit einem äußerst kin-mich anfangs in die Strukturen, und erst mit derfreundlichen Stundenplan der Zeit wurde ich für die Notwendigkeit einer entgegenkam. So konnte ich Veränderung des pädagogischen Stils und des meine Tochter, als sie schon schulischen Miteinanders sensibilisiert.
etwas älter war, vom Kinder- Inwieweit ich als Frau zu einer anderen garten abholen – damalige Atmosphäre, zu etwas mehr Einfühlungs- Abholzeit: 11 Uhr.
vermögen und Verständnis für die kleinen Der Lehrberuf ist ideal für 10-Jährigen, die unter Heimweh litten, die berufstätige Mütter: Man hat Pubertären, die in dieser Männerwelt keinen dieselben Ferien und kann sich „Frauen im Aufstieg – ISBN-10: 8872833469 natürlichen Umgang mit dem anderen Ge- die Arbeitszeit einteilen. Den- Auf Spurensuche in der . für die Sommer schlecht „trainieren" konnten, und mit den noch wundere ich mich heute, ISBN-13: 978-8872833469 Maturanten, die vor dem „Leben draußen" wie ich alles unter Dach und Angst hatten, beigetragen habe, kann ich Fach bringen konnte: Familie, Haushalt und Beruf. Ich habe zahllose Nächte mit Korrigieren und Vorbereiten verbracht und hatte oft das Gefühl, dass ich meinen Zielset-zungen hinterherhinke.
Rückblickend muss ich sagen, dass die Begegnung mit den vielen jungen Menschen Mit 20 Jahren war das Paulinum unse- eine große Bereicherung für mich war. Man re erste Arbeitsstelle. Wir waren 1977 wird selber zum Lernenden, man versucht die drei Präfektinnen und durften als Frauen in Welt etwas besser zu verstehen die heiligen Hallen des Paulinums eindringen. und dies auch zu vermitteln, und Viele positive und auch viele schwierige Erleb- wenn man in wenigen Glücksmo- nisse haben diese Zeit geprägt.
OSTR Prof. Mag. Elisabeth menten am Gesichtsausdruck der Schüler/innen merkt, dass die Thurner M.A., geborene Zöhrer, Die Kinder kamen mit 10 Jahren von zu Hause Botschaft angekommen ist, ist weg, um im Paulinum zu lernen, zu schlafen, unterrichtete am Paulinum das der Erfolg schlechthin. (Ich zu essen und eventuell auch Sport zu betrei- Deutsch und Englisch von 1969 bemerke gerade, wie out-of-date ben. Die starren internen Grenzen wurden mit bis 2003. Sie ist verheiratet ich bin, von „Botschaft" zu spre- der Zeit gelockert. Früher war es nur Schwa- mit dem Altpauliner Dr. Anton chen – heute sind „Kompetenzen" zer Kindern erlaubt, als externe Schüler die Thurner (MJ 1957), Notar i. Schule zu besuchen. Uns hat es oftmals sehr R., hat zwei Töchter und zwei Diese Erfahrungen sind aber wehgetan, wenn Kinder im zweiten oder drit- Enkel. Theresa maturierte in der nicht auf das „Frau-Sein" be- ten Stock am Fenster standen und nach Stans ersten gemischten Klasse im schränkt, um auf mein Thema oder Fiecht geblickt und geweint haben – zum „Erste Frau am Paulinum" zurück- Elternhaus. Da haben wir die eine oder an- zukommen. Lange war ich nicht dere Träne der Buben getrocknet. So man-alleine. Edith Teichert/Tobias kam che Nacht saßen wir im Schlafsaal, wenn das als Musiklehrerin und Maria Farthofer/Stein- Heimweh zu groß war, um tröstende Worte bauer vertrat mich – damals noch Studen- zu sprechen und manchmal wurde noch eine tin – in meiner Mutterschutzzeit. Mit der Zeit Gute-Nacht-Geschichte erzählt. Die „Heim-kamen nicht nur immer mehr Kolleginnen, wehtropfen" waren auch immer wieder sehr sondern auch Schülerinnen – eine besondere hilfreich.
Bereicherung des Schullebens (wenn auch bei manchen Maturatreffen der älteren Jahrgänge Die Eltern, vor allem die Mütter, waren oft behauptet wird, mit der Koedukation sei die froh, wenn sie ihr Kind in die Obhut einer Frau wahre Identität des Paulinums verloren ge- geben konnten.
gangen – ich hoffe, das sind Scherze), und so manches Mädchen wurde zur „Mit-Erzieherin".
Stillschweigen – so lautetet der Auftrag. Im So hat sich das Paulinum von einem sehr oberen Stock, in dem sich die Schlafsäle be-rigide geführten Knabenseminar mit ein paar fanden, durfte nicht mehr gesprochen wer-tolerierten Externen zu einer modernen Bil- den. Wir haben dies immer sehr bedauert, dungsstätte entwickelt, wo der Individualität da wir wussten, wie wertvoll die Zeit vor dem der Burschen und Mädchen Freiraum gegeben Schlafengehen war.
wird und wo die Schülerinnen und Schüler auf eine pluralistische Gesellschaft durch Besin- Wir Frauen haben im Pauliner Internat eine nung auf die eigenen Werte, aber auch durch gewisse Lockerung in die starre und verkru-Offenheit für andere vorbereitet werden.
stete Erziehung einziehen lassen.
Elisabeth Thurner Unser persönlicher Horror: Speisesaalauf-sicht – 120 Schüler in einem Speisesaal, die nach fünf Stunden Stillsitzen in der Schule vor Hunger kaum zu bändigen waren. „Gei-ern", Schreien und lautes Reden standen auf der Tagesordnung. Wir standen oftmals mit schlotternden Knien vor der Menge, wussten nie genau, was uns erwartete. Mit der Tisch-glocke versuchten wir, Ruhe in den Saal zu bringen.
Es wäre besser gewesen, wenn jeder Erzieher Die „drei Fräuleins" Elisabeth Peer, Waltraud Hofer, Angelika Stanger,
mit seiner Gruppe gegessen hätte. Allein bei (v. li. n. re.) bei einem Präfektenausflug nach Südtirol im Juni 1979
120 Kindern konnten wir oft nur Kollektivstra-
fen verteilen.
Im Refektorium, dem Speiseraum für die Prie- Die Frequenz der religiösen Pflichtveranstal- ster und Erzieher/innen, herrschte eine starre tungen war sehr hoch: Montag – Probe in der Sitzordnung. Die Präfektinnen waren immer Kirche, Mittwoch und Freitag – Hl. Messe für am Ende der Tafel platziert. Trotzdem ha-alle, Donnerstag vor Herz-Jesu-Freitag – An- ben es die „drei Fräuleins", wie man uns oft betung, Samstag – Wortgottesdienst, Sonn- nannte, immer wieder geschafft, die trockene, tag – Hl. Messe für alle.
kühle Atmosphäre am Tisch aufzulockern. Oftmals konnten wir unserem sehr strengen Auch wir Frauen spürten manchmal die Hie- und verehrten Hofrat (Klocker, Anm. d. Red.) rarchie im Paulinum: ein Lächeln entlocken.
Unser grundsätzliches Empfinden war, dass wir als Bereicherung für das Haus gesehen wurden – immer öfter auch vom Klerus.
Viele Jahre als Erzieherin im Paulinum haben uns geformt und geprägt. Es war eine Zeit mit klaren Regeln, starren Strukturen, aber auch mit sehr vielen spontanen und schönen Erlebnissen. Trotzdem war es eine schöne und interessante Zeit, die wir mit den Burschen verbringen durften, und wir möchten sie auch nicht mis-sen.
Angelika Stanger Leiterin Hort 1997-2000) ISBN-10: 3-803130409 Maria Rainer . für die Sommer (Präfektin 1982-87 und ISBN-13: 978-3803130402 etwas vor die Hunde gehen?" Maria Rainer, Pförtnerin „Dini",
Waltraud Hofer (v. li. n. re.), 1987
„Solange es Frauen gibt, wie sollte da ein ENTFEssELTER prometheus
von Chris Kohler (MJ 1986) Ein alter Mann fristet sein Dasein als ein sprachlich orientieren wir uns an dem Geist Gefangener hinter Kerkermauern, abge- der Zeit, lassen alte, ungewohnte Sprach- wandt von der realen Welt. Doch er erhält bilder wiederaufleben und wollen so unser Publikum wieder zum ZUHÖ-REN UND – im besten Falle – „Du bist kein Gott! Nicht einmal einer von den Vielen. zum GENIESSEN des gespro- Ich seh dich da, vor mir, kann dich begreifen …. chenen Wortes einladen.
Das würde ich von einem Gott wahrhaft nie behaupten!" (Catharina in: „Ein entfesselter Prometheus") Besetzung vom Feinsten
immer wieder Besuch von außen: Wer ist Nach ein paar Jahren der Abstinenz spielt jene undurchsichtige Person, die sich um ihn ein wahrer Könner seines Faches wieder in kümmert – aber offensichtlich ein Geheim- Schwaz: P. Felix Gradl ist in der Rolle des nis mit sich trägt – die ihn mehr und mehr „Prometheus" zu sehen, ihm zur Seite Birgitt in fesselnd-mysteriöse Dialoge verstrickt, bis Jäger als „Catharina". Dazu debütiert Mattea sie schließlich bekennen, was ihr Leben vor 25 Jäger in der Rolle der „Jungfrau".
Jahren erschreckend verändert hat ….
Zum stück
Das philosophisch-mythologische Dialogspiel „Ein entfesselter Prometheus" – inspiriert von Schillers monumentalem Gedicht „Die Götter Griechenlands" – ist von seiner Konzeption her ganz eingebettet in die Zeit vor mehr als 200 Jahren.
Die Gedanken der Aufklärung sind in Europa allgegenwärtig, dabei überlebt aber auch eine „Und von des Hephaistos Werkstatt hat er den Quell des Feuers schnell entwendet, und in dem hohlen Stängel zu der Erde es gebracht. Uraufführung am 16. Juni Zum Nutzen sollt es allen werden, zur Wohltat und zur weiteren Entwicklung. Was Menschen wissen, von Prometheus haben sie s!" (Prometheus in: „Ein entfesselter Prometheus") (anschließend lädt theater "wortauftritt" zu einem „grie- Liebe zur griechischen Literatur und auch zur chischen Buffet") griechischen Mythologie. Die größten Dichter
der Zeit – Schiller, Goethe, Kleist – und viele Weitere Aufführungen
weniger prominente, verarbeiten in ihren 22. Juni, 23. Juni und 30. Juni,
Werken immer wieder Stoffe aus der Antike.
jeweils 21:00 Uhr Diesem Umstand trägt auch unser diesjäh-riges Stück zum Schwazer Silbersommer Infos und Karten: 0650 3301030Rechnung. Thematisch und vor allem auch 88 pANoRAMEN zwischen vorstellung und wirklichkeit
Die „Landesfotodokumentation" deres Mal um „Tiroler ohne Hut" oder Entstanden ist eine Art statistische ist ein Projekt vom Fotoforum um das ganz normale Leben an den Landschaftsfotografie mit 360 Grad West und dem Tiroler Bildungsinstitut Talschlüssen. Blickwinkel und ein Blick auf unser Medienzentrum unter der konzeptio- Land, das den gängigen Vorstellungen nellen und künstlerischen Leitung von Das neueste Jahresprojekt
nicht entspricht. Rupert Larl. Ausgangspunkt für dieses Lang- Über Nord-, Süd- und Osttirol wurde Es fotografierten
zeit-Projekt war die Überlegung, dass ein Raster mit einem Abstand von 10 es seit längerem keine systematische Bogenminuten gelegt. So ergaben Claudia Fritz, Heinz Jörgen Hafele, visuelle Dokumentation des Landes sich 88 Rasterpunkte auf diesem Ter- Markus Jenewein, Anton Kiefer, Martin Tirol und seiner Entwicklung mehr ritorium. Konrad, Werner Neururer (MJ 1986), Neun Fotografen und eine Fo- Gerhard Payr, Josef Sieß, Michael Seit dem Jahr 2000 sind nun rund tografin versuchten nun, möglichst Tobisch und Andreas Waldner300.000 Tirolbilder der unterschied- exakt diese Rasterpunkte zu errei- lichsten Art zu den jeweiligen Jah- chen. Sie erstellten zwischen Jänner Bilder und Infos unter resprojekten entstanden, einmal ging 2011 und Februar 2012 vor Ort ein es um die Kinder des Landes, ein an- chris Kohler
im schwazer silbersommer
1999 – „the world of william shakespeare", eine Collage
2009 – „andreas 2,20"
2010 – „Burggass n", ein Historienthriller
2011 – „Auf der Suche nach der Schillerglocke", eine Familienkomödie
„Herbstmilch – Anna Wimschneider ISBN-10: 3492207405 . für die Sommer ISBN-13: 978-3492207409 Friedrich Schiller: „Die Götter Griechenlands"Aus:Friedrich Schiller „Sämtliche Gedichte" aschenbuch, 37. A Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig, 1991 Lebenserinnerungen einer Bäuerin" MUSEUM IM BAL
MARTIN RUCH
MARTIN RUCH
ALOIS LANG WALTER HAIRER
ALOIS LANG
JAMES CLAY
chule ANDE
JAMES CLAY
ANJA JUEN
DENIZ AKYIL
ANJA JUEN
DENIZ AKYIL
ARMIN KLIEN
ARMIN KLIEN
OTMAR KRÖLL
chule LÄ
OTMAR KRÖLL
WALTER RESCH
GÜL ERALI
GÜL ERALI
WALTER RESCH
PETER ABLER
PETER ABLER
DAVID GKN
DAVID GKN
USCHI TIEFENGRABERERNER PAULIN
ERNER PAULIN
OTHM BARBARA HELTSCHL
W HEIDI H MONIKA MIGL
FREISTAAT BURGSTEIN KARL ZAUNER
HELENE KELLER ROLAND GRASSER
HEIDI H MONIKA MIGL
FREISTAAT BURGSTEIN KARL ZAUNER
Mi., 30. 5. 201
, 1 :30 Uhr
durch Stadträtin Brigitte Flür
durch Stadträtin Brigitte Flür
r Objekte, Aktionen, Lesungen
geöffnet bis Mi., 29. August 2012
geöffnet bis Mi., 29. August 2012
6460 Imst, Ballgasse 1
6460 Imst, Ballgasse 1
Tel. 05412-64927, 05412-6980 Tel. 05412-64927, 05412-6980 Di., Do., Fr.: 14 - 18 Uhr Di., Do., Fr.: 14 - 18 Uhr GRIEchIsch unterrichten zu DüRFEN
Ein herzliches „Grüß Gott" aus Wien an unterrichten zu dürfen.
euch alle, die ihr – wie ich – Leser des Seit Herbst 1986 unter- Pauliner Forums seid! richte ich an meiner Schule, Kurz zu meiner Person: Mein Name ist dem BRG19 (in Nachbarschaft Martin Dobrowolny, ich war ab dem Schuljahr der Universität für Bodenkul-1969/70 Schüler am Paulinum und maturierte tur), von welchem ich, wenn dort im Haupttermin 1977. Meinen Latein- und ich aus dem Fenster blicke, Griechischlehrern Prof. Ferner, Prof. Schretter, einen schönen Ausblick auf Prof. Thöni und Direktor Klocker bin ich dank- Kahlenberg und Leopoldsberg, bar, dass sie in mir die Begeisterung für die die östlichen Ausläufer der Al-alten Sprachen weckten und dem späteren pen, wo in der Antike Kelten Direktor HR Larcher, dass er mir den Rat gab, siedelten, sowie Weingärten das Lehramtsstudium Latein und Griechisch der bekannten Heurigenvor-zu absolvieren.
orte Grinzing und Sievering habe.
Martin Dobrowolny,
Seit Beendigung des in Innsbruck begon- In meinem Lateinunterricht war es immer nenen Studiums in Wien unterrichte ich La- schon mein Bemühen, zusätzlich zum Stan- tein, war Leiter der Nachmittagsbetreuung dardrepertoire, welches der Lehrplan vor-und erweiterte mein fachliches Spektrum um gab, Texte mit ein zu beziehen, zu denen die die Lehrbefähigung für Informatik an AHS. Schüler Bezüge aus anderen Unterrichtsge-Leider kam ich nach meinem Probejahr, wie genständen oder auch durch persönliche Inte-das Unterrichtspraktikum damals genannt ressen herstellen konnten und diese teilweise wurde, nie mehr in den Genuss Griechisch in Form von Projektunterricht zu behandeln: Im Iseltaler Dialekt (Osttirol) findet man die Unterscheidung zwischen „Mannische" und „Weibische": Das Alt- bzw. Mittelhochdeutsche „man" hat sich zum heutigen „Mann" entwickelt, wobei die ursprüngliche Bedeutung wohl eher mit „Denkender" zu übersetzen wäre. Weil auch die Bedeutung „irgendeiner", „jeder beliebige (Mensch)" mitschwingt, ist die Erklärung für das unbestimmte „man" im heutigen Wortschatz schnell gefunden.
Die „alten Deutschen" müssen wohl nach dem Grundsatz gelebt haben: „Zuerst denken, dann handeln!", denn das Althochdeutsche „manlīch" – das zu unserem „männlich" geführt hat – hatte die Bedeutung „dem Mann angemessen", „tapfer", „mutig".
Im Gegensatz dazu bezeichnet das Althochdeutsche „wīblīh" ganz klar einen Menschen, der „dem gebärenden Geschlecht angehörig" ist. Weniger klar ist den Sprachwissenschaftern Christine Büchner die Herkunft des dazugehörigen Substantivs „wīb". Es wird vermutet, dass damit „die umhüllte Braut" bzw. „die sich hin und her bewegende, die geschäftige (Haus-)Frau" „Hildegard von Bingen: ISBN-10: 3458350691 . für die Sommer bezeichnet wurde.
ISBN-13: 978-3458350699 (… dann wäre wohl auch aufgezeigt, dass die „Männer" dem Tanzen schon vor längerer Zeit abgeschworen haben.) In: Der altsprachliche Unterricht La- ermöglichen z. B. ein kurzes Gedicht tein, Griechisch, 44 (2001) 6, S. 44- von Sappho mit Wörterbuch zu über- 48; S. 76-77. In dessen Abstract ist setzen:zu lesen: „Der Lateinunterricht sollte Δeδuκe men a σeλannadie Schüler und Schülerinnen auch κai ΠληiaδeV meσai δemit der griechischen Antike bekannt nuκteV, πaρa δ' Eρχet ωρamachen …." egω δe mona κateuδω In Gesprächen mit Direktor, Kol-leg/inn/en und Schüler/inne/n ent- Darüber hinaus bot sich mir die Ge- stand daraus die Idee, auch die Schü- legenheit, eine unserer Schülerinnen, BRG 19 in Wien
ler/innen unseres Realgymnasiums deren Eltern aus Griechenland stam- So zum Beispiel lateinische Texte mit dem Griechischen bekannt zu men und die selber die Griechische von Hygin, Cicero und medizinischen machen.
Schule in Wien besucht, als „native Autoren, welche unter anderem den Natürlich verschonte ich die Schü- speaker" einzusetzen und so einen Hintergrund für Schillers Ballade „Die ler/innen mit unregelmäßigen Stamm- zeitgenössischen Song und praktische Bürgschaft" darstellen oder aus de- formen, Wurzelaoristen, Verba auf -mi neugriechische Redewendungen (in nen moderne (lateinische) Begriffe in und -numi und ähnlichen „Feinheiten", richtiger Aussprache!) in den Unter-der Medizin stammen.
richt einzubauen.
Seit dem Schuljahr 2004/05 bietet Auch der abschließende Test sollte sich mir an dieser Schule im Rahmen sowohl kulturgeschichtliches als auch des Schulversuchs „Modulare Ober- sprachliches Wissen überprüfen. So stufe" die Möglichkeit, jeweils ein zu- lautete zum Beispiel eine Frage: „He- sätzliches Thema aus meinen Fachge- rodot berichtet über den griechischen bieten zu behandeln. Als Beispiele der Boten Pheidippides, der 490 v. Chr. letzten Jahre seien angeführt: von Athen nach Sparta gelaufen war, um Hilfe im Krieg gegen die Perser Romexkursion für Lateiner zu suchen. Später entwickelte sich Katholische Traditionen aus latei- daraus eine Legende, dass Pheidip- nischen biblischen und apokryphen Ausblick auf den Kahlenberg
pides nach dem Sieg der Athener in der Schlacht von Marathon … nach Lateinische Dokumente und Texte die zumindest unsere Jahrgänge am Athen gelaufen sei und dort nach zur Geschichte Österreichs Paulinum sehr beschäftigten, doch der Verkündung seiner Botschaft Visual Basic und VBA wollte ich neben den ansprechenden „neniκηκamen" tot zusammengebro- Die Römer in unserer Welt Inhalten, die uns eben in lateinischen chen sei.
Programs for the web Texten verschiedenster Epochen von Bestimme und übersetze die Form der Antike bis zur Neuzeit überliefert neniκηκamen!" und – im heurigen Schuljahr: sind, durchaus auch einige sprach- Kultur und Sprache Griechen-
liche Erscheinungen des Griechischen Abschließend darf ich bemerken, dass lands für Lateiner
und beispielhafte kurze Zitate aus das Echo von Seiten der Schüler/in-griechischen Texten vermitteln.
nen, die dieses Wahlmodul ja freiwil- Ja, ihr habt richtig gelesen und ver- Die für den Unterricht herangezo- lig gewählt hatten, sehr positiv war, standen „Griechisch für Lateiner" genen Zitate stammten z. B. aus dem Anwesenheit, Mitarbeit und Noten-und das an einem Realgymnasium! Eid des Hipokrates (Omnumi Aπoλλωna durchschnitt (2,0) für mich sehr zu- Auf die Idee bin ich eigentlich ge- iηtρon, κai Aσκληπion .), Sappho, So- frieden stellend waren … und ich darf kommen, als ich bei der Erarbeitung phokles und auch Homer.
mich herzlich für das mir vom Pauli- der Quellen zu Schillers Ballade „Die Kriterium für die Auswahl der ner Forum und seinem Herausgeber Kraniche des Ibykos" auf folgenden kurzen griechischen Textzitate war, entgegengebrachte Interesse bedan-Zeitschriftenartikel stieß: Biastoch ob es mir gelingen kann, Schüler/ Martin, Herodot im Lateinunterricht. inne/n fast ohne Vorkenntnisse zu Martin Dobrowolny, MJ 1977 Kulturveranstaltung der Marktgemeinde Wattens AX JUBILATE DEO stimmen!
Musik aus England für Chor und Orgel Sa., 23. Juni 2012, mit Werken von Benjamin Britten, John Rutter, Bob Chilcott u. a.
in der Pfarrkirche Freitag, 22. Juni 2012, 20.00 Uhr
Peter & Paul, Telfs CHOROP Orgel: Albert Knapp Leitung: Ewald Brandstätter Freiwillige Spenden!
Weitere Infos unter: „Die Päpstin" „Marie Curie – erlag, Neuausgabe, Gerstenberg, 2010 ISBN-10: 3426779781 ISBN-10: 3522177509 ISBN: 3-596-22220-6 ISBN-10: 3-7466-1400-7 ISBN-10: 3-71100-020-0 ISBN-13: 978-3426779781 ISBN-13: 978-3522177504 ISBN: 978-3-8369-4848-7 Diane Ducret, Elisabeth Liebl „Die Frauen der Diktatoren" Die Entdeckung der Radioaktivität" „[…] und das Knabenseminar Paulinum wurde 1988 erstmals für Mädchen zugänglich […]" Kinder müssen in früherer Zeit als „Klotz am Bein" empfunden worden sein, anders er- scheint die sprachliche Verwandtschaft zwischen den beiden althochdeutschen Begriffen „knabo" und „knebil" nicht erklärbar: Beide Begriffe bedeuten ursprünglich „Knüppel". Ein schlagendes Argument? Bei „knabo" hat sich „Knüppel" über „Pflock" zu „kleiner Junge" entwickelt, bei „knebil" über „Stock" und „Klotz" zum verallgemeinernden „Holzstück".
Offensichtlich gab es im Althochdeutschen aber noch ein anderes Wort für „Knabe", das aber untergegangen ist und nur in seiner femininen Form „magad" im Begriff „Magd" „Das andere Geschlecht: ISBN-10: 3-499227851 . für die Sommer überlebt hat. Und die Verkleinerungsform von „Magd", „Mägdchen", hat dann zu „Mädchen" Sitte und Sexus der Frau" ISBN-13: 978-3499227851 geführt. – Da steckt sehr viel „dienen müssen" drin, womit wir wieder beim althergebrach- ten Rollenbild angelangt wären.
Österreichische Post AG/Sponsoring Post Verlagspostamt 6130 Schwaz Aufgabepostamt 6050 Hall in Tirol Woman, I can hardly express my mixed emotions and my thoughtlessness.
After all, I'm forever in your debt.
And woman, I will try to express my inner feelings and thankfulness for showing me the meaning of success.
Woman, I know you understand the little child inside a man.
Please remember, my life is in your hands.
And woman, hold me close to your heart, however distant don't keep us apart.
After all it is written in the stars.
Woman, please let me explain: I never meant to cause you sorrow or pain.
So, let me tell you again and again and again:I love you, yeah, yeah, yeah, now and forever.
John Lennon (Album „Double Fantasy", 1980)

Source: http://www.paulinum.at/uploads/Pauliner_Forum/Pauliner_Forum_57_2012-06.pdf

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Product Information Plasma-Lyte 148 (approx. pH 7.4) IV Infusion Name of the medicine Plasma-Lyte 148 (approx. pH 7.4) IV Infusion Description Plasma-Lyte 148 (approx. pH 7.4) IV Infusion is a sterile, clear, nonpyrogenic isotonic solution in a single dose container for intravenous administration. Each 1000mL of Plasma-Lyte 148 (approx. pH 7.4) IV Infusion contains:

s121758490.onlinehome.fr

Sommaire 1) Ce dont traite ce document 2) Avant le départ 3) Les vaccins 4) La pharmacie du bord, un casse-tête à ranger 5) Règles simples pour éviter que les menus bobos deviennent de gros problèmes.  Repousser les microbes  Partir en balade  Chasser le hoquet  Chasser le rhume  Se prémunir contre les chocs  Aiguilles d'oursins  Piqûres d'abeilles